14.07.2015
Erschienen in: 04/ 2015 FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtLuftfahrtkartograph

Mehrere Firmen haben sich auf Karten für die Luftfahrt spezialisiert. Hier fertigen Kartografen äußerst genaues Material an, das vermehrt digital genutzt wird.

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Genaues Kartenmaterial ist in der Luftfahrt unverzichtbar. Foto und Copyright: LH Systems  

 

Alle 28 Tage wird weltweit das Luftfahrthandbuch, die Aeronautical Information Publication (AIP) aktualisiert, so verlangt es die UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Anflugrouten, Abflugrouten, Flughafenkarten, Anflugrichtungen und Anflugverfahren, Frequenzen, bauliche Veränderungen, Hindernisse, Luftraumgrenzen, Sperrgebiete, veränderte magnetische Ausrichtungen von Landebahnachsen – all das muss berücksichtigt werden. Die Daten liefern die Luftfahrtbehörden der ICAO-Mitgliedsstaaten.

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Electronic Flight Bags gehören heute zum Alltag im Pilotengeschäft. Foto und Copyright: American Airlines  

 

Mit dem Erscheinen der Glascockpits und noch mehr mit der Verbreitung von Laptop- und Tablet-Computern hat sich in Verbindung mit GPS-Satellitennavigation und Datenfunk an Bord der Gebrauch von Luftfahrtkarten wesentlich verändert. Heute folgen die Luftfahrtkarten als „Moving Map“ dem Flugverlauf und zeigen, ständig aktualisiert, Wetterlage, Hindernisfreiheit, Luftraumgrenzen und die Verkehrssituation am Himmel an. Selbst am Boden helfen sie beim Rollen und zeigen das Rollweglabyrinth auch der größten Drehkreuze übersichtlich an. Die Erstellung dieser anspruchsvollen Kombination aus Hardware und Software übernimmt eine ganze Armada von Fachleuten aus dem IT-Bereich. Sie müssen die luftfahrtspezifischen Belange bei extrem hoher Datenzuverlässigkeit in Programmen und Inhalten vernetzen.

Einer der weltweit größten kommerziellen Anbieter für Luftfahrtkarten ist die parallel auch im Bereich Seefahrt aktive Boeing-Tochter Jeppesen aus Denver, deren Europazentrale sich in Neu-Isenburg befindet. Als moderne Nachfolger des klassischen Luftfahrtkartografen arbeiten heute bei Jeppesen zum Beispiel „Navigation Information Analysts“. Diese haben idealerweise Geografie, Luft- und Raumfahrttechnik oder Geographic Information Systems studiert und verfügen über eine Berufspiloten- oder Instrumentenfluglizenz oder sind zertifizierte Flugdispatcher. Sie erstellen mit Hilfe von Software, wie etwa ESRI PLTS, Luftfahrtdatenbanken.

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Auch digitale Karten für elektronische Bildschirme müssen regelmäßig aktualisiert werden. Diese Aufgabe übernehmen Kartografen. Foto und Copyright: Garmin  

 

Ein anderer Branchenriese, ebenfalls aus Deutschland, ist die Lufthansa-Systems-Tochter Lido. Wie auch Jeppesen erstellt sie „Electronic Flight Bags“, die oft eigens für den Airline-Kunden maßgeschneiderte papierlose Kartenumgebung für den Flugbetrieb im Cockpit. Schließlich sei beispielhaft noch das US-Unternehmen Garmin genannt, das für die Erstellung seiner in der Allgemeinen Luftfahrt weit verbreiteten Software auch das entsprechende Personal benötigt. Das Unternehmen betreibt 16 Flugzeuge und einen Hubschrauber und beschäftigt neun Flight Test Pilots und 30 sonstige Piloten. Einstellungsvoraussetzungen sind ein guter Universitätsabschluss in Informatik oder Elektrotechnik und, für Führungspositionen, zehn Jahre Berufserfahrung. Alleine im Bereich „Consumer“ sind über 90 Kartografen beschäftigt. Wie auch bei den anderen Unternehmen geht es neben den eigentlichen Informationsinhalten immer stärker um die Verbesserung der Mensch-Maschine-Schnittstelle.

FLUG REVUE Ausgabe 05/2014

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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