05.09.2016
Erschienen in: 08/ 2016 FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtMeteorologe

Das Wetter hat einen großen Einfluss auf die Luftfahrt und die Flugdurchführung. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdiensts stellen Piloten alle relevanten Informationen zur Verfügung. Doch nicht nur denen.

Wie wird die Sicht? Tobt möglicherweise ein Gewitter über dem Zielflughafen und erfordert eine Ausweichlandung? Oder muss für eventuelle Warteschleifen mehr Treibstoff getankt werden? All diese Fragen müssen die Piloten und Airlines in ihre täglichen Kalkulationen miteinbeziehen. Die Wettervorhersage bekommen sie standardisiert in knapper und präziser Form zur Verfügung gestellt. In Deutschland stammen diese Informa­tionen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). An fünf Standorten, den sogenannten Flugwetterberatungszentren, erstellen die Meteorologen die Flugwetterberichte.

Deutschland ist damit in fünf Sektoren aufgeteilt: Nord, Süd, West, Ost und Mitte. Letzterer hat seinen Sitz in Frankfurt am Flughafen, wo 19 Wetterberater aus den Rohdaten der Wetterbeobachtung des DWD die Vorhersagen erstellen. Viel Erfahrung ist gefragt, um korrekte Prognosen zu treffen. Diese müssen vor allem die für die Luftfahrt wichtigen Kriterien wie Windrichtung und -geschwindigkeit, Wolkenart und -menge sowie Sichtweite möglichst präzise enthalten.

Doch vor dieser anspruchsvollen Aufgabe stehen die Ausbildung und der Einstellungstest. Wer Meteorologe werden möchte, sollte in Naturwissenschaften begabt sein, insbesondere in Physik, sowie in logischem Denken und Geografie. Die Bereitschaft zu Schichtdienst und Wochenendarbeit sollte ebenfalls vorhanden sein – die Zentren des DWD sind rund um die Uhr besetzt.

Die Fähigkeiten werden in einem ersten Eignungstest überprüft. Ist dieser bestanden, folgt ein Vorstellungsgespräch mit einem Auswahlkomitee des DWD. Denn auch von den Soft Skills her sollte ein Bewerber in das Team passen: Gerade wenn bei einem bevorstehenden Unwetter die Telefone in der Beratungszentrale nicht mehr stillstehen, ist ein kollegiales Klima gefragt. Das finale Okay vor der Ausbildung kommt beim gesundheitlichen Eignungstest vom Amtsarzt.

Die Ausbildung ähnelt einem dualem Studium

Der erste Teil der Ausbildung gleicht einem dualen Studium: In sechs Semestern studieren die angehenden Meteorologen an der Fachhochschule des Bundes in Brühl den Diplom-Studiengang Wetterdienst. Nebenher absolvieren sie zu gleichen Teilen Praktika an den Standorten des DWD in Langen und Fürstenfeldbruck. Nach der Laufbahnprüfung für die gehobene Beamtenlaufbahn beginnt für die Diplom-Meteorologen die Lizenzierungsphase, bestehend aus Fort- und Weiterbildungen, Einweisungen sowie Einsätzen im operationellen Betrieb. Diese wird mit dem Erhalt der Wetterberaterlizenz abgeschlossen. Von nun an können die Absolventen sowohl in der Wirtschaftssparte des DWD als auch als Flugwetterberater eingesetzt werden. Das Ressort entscheidet sich je nach Bedarf. Üblicherweise wird jedes Jahr drei Wochen lang im jeweils anderen Ressort gearbeitet, um die entsprechende Lizenz aufrechtzuerhalten. Ebenso gehören regelmäßige Fort- und Weiterbildungen zum Arbeitsleben der Meteorologen.

Die tägliche Arbeit besteht aus dem Erstellen der Wettervorhersagen, welche Verkehrspiloten sich im Cockpit ausdrucken können, und speziell auf die Bedürfnisse von Privat- und Segelflugpiloten ausgerichtete Wetterberichte. Auch für Ballonfahrer gibt es eigene Berichte. Beratende Tätigkeiten gehören auch zum Job: Die Wetterberatung für Privatpiloten per Hotline wird ebenfalls von den Meteorologen geleistet.

Die Bezahlung folgt dabei den Richtlinien der gehobenen Beamtenlaufbahn. Nicht vergessen werden darf, dass die Arbeit der Meteorologen in verantwortungsvolle Entscheidungen fließt.

FLUG REVUE Ausgabe 08/2016

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Maximilian Kühnl



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