12.12.2016
Erschienen in: 12/ 2016 FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtNotfall- und Service-Trainer

Damit Flugbegleiter in Notfällen schnell und richtig reagieren, werden sie von speziellen Trainern geschult.

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Airbus-Evakuierungstest für eine A380 mit 873 Insassen. Foto und Copyright: Airbus  

 

Notfalltrainer ist bei uns kein separater Beruf, sondern sie arbeiten hier im Bereich Safety und Service Training“, erläutert Uta Dressel, Sprecherin bei Lufthansa Flight Training. Das Sicherheitstraining sei die wichtigste Säule der Flugbegleiterausbildung. Dabei geht es um die vier großen Kapitel Notfallverfahren, Humanfaktoren, Service Trainings und Erste Hilfe. Bei LH in München und Frankfurt sind alleine 70 SEP-Trainer (Safety & Emergency Procedures / Sicherheit und Notverfahren) tätig. Sie durchlaufen eine bis zu zwölfmonatige Zusatzausbildung. Häufig sind sie aktive Flugbegleiter, die zusätzlich zu ihrem normalen Flugdienst als Ausbilder arbeiten. Im Bereich Human Factors sind zehn Trainer tätig, meistens mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund, etwa einem Lehramts- oder Psychologiestudium. 50 Lufthansa-Flugbegleiter, alle mit mindestens zwei Jahren Flugerfahrung, arbeiten in diesem Bereich. Das Service-Training halten 60 Mitarbeiter mit Trainerausbildung ab, die dafür von der Konzernairline zu Lufthansa Flight Training abgeordnet werden. Die Erfahrung als Lehrflugbegleiter oder SEP-Trainer kann beim späteren Aufstieg zum Purser helfen.

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Tür-Training im Airbus A380-Trainer „CEET“ in Frankfurt. Foto und Copyright: Lufthansa Flight Training  

 

Je nach Bedarf werden die Stellen ausgeschrieben und nach einem Auswahlverfahren besetzt. Die Zusatzaufgaben werden nach individuell vereinbarten Arbeitszeiten vergütet. Das Erste-Hilfe-Training halten dagegen externe Dienstleister ab. Hier sind Rettungsassistenten und Krankenschwestern im Einsatz.

Das Sicherheitstraining der Flugbegleiter findet im Klassenraum, an individuellen Computer-Lernstationen und in Originalflugzeugen oder originalgetreu nachgebauten Trainingskabinen statt. Hier müssen, selbst bei künstlich vernebelter Kabine, lauten Geräuschen und Dunkelheit, alle Handgriffe sitzen und Evakuierungen in Normzeit bewältigt werden. Natürlich nur, wenn der vorgesehene Notausgang auch benutzbar ist und die Rutschpartie nicht in scharfkantigen Trümmern oder gar Brandnestern enden würde. Dann sperren die Flugbegleiter den betreffenden Notausgang  ab und leiten die Passagiere um. Binnen 90 Sekunden muss ein voll besetztes Flugzeug durch die Hälfte seiner Notausgänge evakuiert sein, so schreiben es die Zulassungsbehörden vor.

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Flugbegleiter bei der Notrutschen-Schulung. Foto und Copyright: Lufthansa Flight Training  

 

Im Airbus-A380-„Cabin Emergency Evacuation Trainer“ (CEET) der Lufthansa in Frankfurt kann man die verschiedensten Brandszenarien, wie sie in Waschräumen und Küchen passieren, realistisch nachstellen und die Brandbekämpfung üben. 

Viele Schulungsthemen betreffen aber auch den ganz normalen Flugalltag. Die Inhalte reichen, gemäß IATA-Richtlinien, vom Umgang mit elektronischen Zigaretten an Bord über das Verhalten bei Turbulenzen bis hin zu Sicherheitsmaßnahmen gegen Randalierer, die sogenannten „unruly passengers“. Auch der sicherheitsgerechte Umgang mit Kindern, medizinischen Notfällen sowie Maßnahmen gegen die eigene Erschöpfung auf sehr langen Flügen stehen auf dem Trainingsplan.

FLUG REVUE Ausgabe 12/2016

Mehr zum Thema:
Sebastian Steinke


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