25.01.2016
Erschienen in: 01/ 2016 FLUG REVUE

Berufe in der LuftfahrtOffizier im fliegerischen Dienst der Bundeswehr

Seit Oktober 2015 studieren 13 Pilotenanwärter an der Universität der Bundeswehr Aeronau­tical Engineering. Auch Segelfliegen gehört seit Kurzem zur Ausbildung.

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Die neue Pilotenausbildung soll schneller gehen als bisher. Foto und Copyright: Luftwaffe/Kevin Schrief  

 

Angewandte Mathematik, Thermo­dynamik und Betriebswirtschaftslehre stehen seit Kurzem genauso auf dem Stundenplan angehender Militärpiloten wie Flugstunden und Übungen im Flugsimulator. Im Oktober ist der erste Pilotenjahrgang der Luftwaffe gestartet, der obligatorisch ein duales Studium an der Universität der Bundeswehr München durchläuft. Nach der einjährigen Grund- und Offiziersausbildung und einer Regelstudienzeit von vier­einhalb Jahren haben die Absolventen neben den verschiedenen  Pilotenlizenzen auch einen Bachelor-Abschluss in der Tasche.

„Dem Bachelor-Studiengang Aeronautical Engineering liegt die Idee zugrunde, fliegerische Kompetenzen mit ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Fähigkeiten zu verbinden“, sagt Prof. Dr. Matthias Heinitz, Vizepräsident für den Fachhochschulbereich an der Universität der Bundeswehr. Zwar konnten angehende Piloten bislang schon freiwillig an einer der Universitäten der Bundeswehr studieren, doch die traditionellen Studiengänge gehen der Luftwaffe zu lange. Vier Jahre dauert ein Masterstudium, erst danach begann die Pilotenausbildung, die bis zu zweieinhalb Jahre in Anspruch nahm. Damit hinken Bundeswehrpiloten ihren Pendants bei der NATO etwa zwei Jahre hinterher. Die neue Pilotenausbildung soll mindestens zweieinhalb Jahre schneller gehen als bisher.

Enge Verzahnung von Studium und fliegerischer Ausbildung

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Die Luftwaffe schult alle Anwärter im Truppendienst mindestens eine Woche lang im Segelflug. Foto und Copyright: Luftwaffe/Kevin Schrief  

 

Die fliegerische Erstausbildung und die akademische Ausbildung sind künftig enger miteinander verzahnt. Vor und während des Studiums absolviert der Pilotennachwuchs zum Beispiel eine insgesamt sechswöchige Segelflugausbildung mit Lizenzziel in Oerlinghausen. Während der Zeit an der Universität erhalten die Anwärter zudem ein Flugsimulatortraining, um ihre fliegerischen Fähigkeiten auszubauen. Nach dem zweijährigen akademischen Teil, der neben ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen Themen wie Aerodynamik, Flugzeugbau und Flugzeugsysteme umfasst, wird die Bachelor-Arbeit verfasst. Je nach Verwendung durchlaufen die Nachwuchspiloten dann die fliegerische Grund- und Fortgeschrittenenausbildung: Jetpiloten beim Euro NATO Joint Jet Pilot Training (ENJJPT) in Sheppard Air Force Base in Texas, Waffensystemoffiziere auf der Pensacola Naval Air Station in Florida und Transportluftfahrzeugführer bei der  3. Deutschen Luftwaffenausbildungsstaffel USA in Arizona und an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen. Am Ende erfolgt die jeweilige Musterschulung – die letzte Hürde auf dem Weg zum Einsatz im Cockpit.

Pilotenlizenzen am Ende des Studiums

Jetpiloten: Militärluftfahrzeugführerschein mit Beiblatt F (Flugzeuge) und Instrumentenflugberechtigung MFS (F) IFR 
Transportflugzeugführer:
 Militärluftfahrzeugführerschein mit Beiblatt F (Flugzeuge) und Instrumentenflugberechtigung MFS (F) IFR, zudem Commercial Pilot Licence mit Instrument Rating CPL IR und Frozen ATPL
Waffensystemoffiziere: Militärluftfahrzeugbesatzungsschein MBS

FLUG REVUE Ausgabe 01/2016



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