05.02.2014
Erschienen in: 05/ 2013 FLUG REVUE

Rekrutierung in der GrundschulePersonalgewinnung in der Luftfahrt

Der Kampf um gute Mitarbeiter geht bei aller Faszination des Fliegens an der Luftfahrtbranche nicht vorbei. Von der Ansprache von Kindern bis hin zur Informationssperre bei Erwachsenen, wählen Unternehmen verschiedene Wege, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Mitarbeiterin Produktion Airbus Helicopters

Hohe Sorgfalt und Arbeitsdisziplin sind neben Englischkenntnissen Voraussetzung für eine Karriere in der Luftfahrt. Foto und Copyright: Airbus Helicopters  

 

Wie weit eine Arbeitslosenquote runtergehen kann, zeigt die Region Bodensee, die zu den wichtigsten Luftfahrtstandorten Deutschlands gehört: 2,4 Prozent meldete die Agentur für Arbeit im Juni 2012. Der beratende Betriebswirt Rudi Rautenberg kennt Unternehmen in dieser Region, die ihre Mitarbeiter in Grundschulen schicken: „Die Firmen möchten, dass die Kinder wissen wer und wo sie sind und wollen in ein paar Jahren bei der Ausbildungsplatzsuche berücksichtigt werden.“

Viele Unternehmen denken langfristig und setzen auf jugendlichen Nachwuchs, den sie nach der abgeschlossenen Ausbildung über möglichst viele Jahre halten wollen. „Selber ausbilden ist am sichersten. Die Leute kommen aus der Region und bleiben auch dort“, sagt Barbara Höfer von der Air Alliance am Flughafen Siegerland. Sie setzt auf Bewerber aus der Umgebung, weil sie mit einem Standortnachteil kämpft. Wobei Höfer feststellt, dass Mechaniker fester verwurzelt sind als Ingenieure. Der allgemeine Trend geht zum Leben in der Stadt, und während die Baden Württemberger mit einer bekannten Urlaubsregion inklusive großem See wenigsten noch ein bisschen punkten können, sieht es an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eher finster aus.

Das merkt auch Stefan Kissinger von der Avanti Air gleich nebenan: „Wenn ich jemandem in Frankfurt sage, dass er hierher kommen soll, dann zeigt der mir einen Vogel. Das zu schaffen ist eine sehr sportliche Aufgabe.“ Also lassen sie die Auswärtigen da, wo sie sind: „Wir schlucken die bittere Pille, übernehmen die Reisekosten und Spesen und sagen den Leuten, dass sie nicht umziehen müssen.“ Die beiden Manager des Unternehmens machen es selbst nicht anders: Kissinger reist täglich aus Frankfurt an, sein Partner Markus Baumann aus Mainz.

Stefan Kissinger setzt bei der Personalfindung auf Stellenanzeigen auf der Firmenwebseite und in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Bei kurzfristigem Bedarf an Piloten wendet er sich an Contract Agencies, die ihm das fliegende Personal zeitweise überlassen. Er geht davon aus, dass sich der Personalbedarf in der europäischen Luftfahrtbranche zukünftig verringern wird: „Die Entwicklung ist – wenn wir die großen Unternehmen mal ausnehmen – im günstigsten Fall unvorhersehbar mit negativer Tendenz.“ Das erschwert es laut Kissinger zusätzlich, Leute zu finden: „Angestellte wechseln nicht, sondern warten lieber ab und halten ihre Jobs.“


WEITER ZU SEITE 2: Zusammenarbeit mit Schulen und Networking

1 | 2 | 3 | 4 | 5 |     



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App