23.06.2014
Erschienen in: 03/ 2012 FLUG REVUE

Globetrotter und OrganisationstalentRaketeningenieur bei der MORABA

Einstieg ins väterliche Bauunternehmen oder doch lieber ein Studium der Luft- und Raumfahrt? Wolfgang Jung hat diese Frage längst beantwortet und sorgt heute als Logistiker dafür, dass Wissenschaftler ihre Nutzlasten zur rechten Zeit am rechten Ort gestartet bekommen.

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Wolfgang Jung in seinem Büro bei der Mobilen Raketenbasis des DLR in Oberpfaffenhofen. Foto und Copyright: DLR  

 

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Seit 1996 arbeitet der Luft- und Raumfahrtingenieur bei der Mobilen Raketenbasis (MORABA) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Weltweite Einsätze, sehr gute Fremdsprachenkenntnisse, und die Fähigkeit, im Extremfall aus dem Nichts eine funktionierende Raketen-Startanlage aufzubauen: „Wenn man Glück hat, gibt es am Startplatz eine ebene Fläche“, flachst Wolfgang Jung und lacht. Der 43-jährige leitet die Gruppe Startdienste bei der MORABA, die zur DLR-Einrichtung „Raumflugbetrieb und Astronautentraining“ gehört.

„Unsere Aufgabe besteht darin, wissenschaftliche Experimente unter bestimmten Bedingungen zu einer bestimmten Zeit mit einer bestimmten Geschwindigkeit an einen bestimmten Ort zu bringen“, erzählt der gebürtige Rheinländer. Die Raketen tragen wissenschaftliche Experimente mit biologischen, materialwissenschaftlichen oder physikalischen Proben an Bord, die in Höhen von 50 bis 1500 Kilometern durchgeführt werden. Hier herrscht nahezu Schwerelosigkeit.

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Im SHEFEX-Programm des DLR werden Hitzeschutzkonzepte für Raumfahrzeuge untersucht. Foto und Copyright: DLR  

 

Darüber hinaus kann mit den Höhenforschungsraketen das Klima, also die Zusammensetzung der Atmosphäre, untersucht werden. Für Hyperschalltechnologien bieten sich Höhenforschungsraketen ebenfalls als Experimentalplattformen an. „Wir können zum Beispiel neuartige Konturen und Materialien für Thermalschutzsysteme testen“, berichtet Wolfgang Jung.

Diese spielen beim Wiedereintritt von Raumflugkörpern in die Erdatmosphäre eine entscheidende Rolle. Jung und seine Kollegen sorgen auch dafür, dass die Proben unversehrt und am gewünschten Ort wieder auf dem Erdboden landen. Die an den Experimenten beteiligten Wissenschaftler können dann nach der Bergung die Ergebnisse auswerten. In 15 Jahren bei der Mobilen Raketenbasis hat Jung 75 Kampagnen organisiert und begleitet und ist dabei immer noch so begeistert wie am ersten Tag: „Für einen Raumfahrtingenieur ist das hier das Schlaraffenland.“


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Elisabeth Mittelbach



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