13.04.2015
Erschienen in: 05/ 2014 FLUG REVUE

Maintenance Control CenterTask Force und Troubleshooter

Rund um die Uhr überwachen Wartungsspezialisten die Condor-Flotte in aller Welt und sorgen bei technischen Problemen für Abhilfe. In einem speziellen Maintenance Control Center stehen Spezialisten der höchsten Qualifikationsstufen den Besatzungen für eventuelle Reparaturen zur Seite.

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Der Troubleshooter hat die gesamte Flotte im Blick und kann sich bei Bedarf alle technischen Dokumentationen auf den Monitor rufen. Foto und Copyright: Matthias Gründer  

 

Schon immer hatten unsere Wartungsspezialisten regelmäßigen Kontakt mit den Besatzungen,“ berichtet Rudolf Wagenknecht, Produktionsleiter bei der Condor Technik GmbH am Frankfurter Flughafen, „aber früher gab es die Kommunikation nur, wenn Probleme auftauchten. Irgendwann jedoch haben wir festgestellt, dass wir bei 26 Flugzeugen einen regelmäßigen Austausch brauchen.“ Also wurde dafür die spezielle Stelle eines Troubleshooters geschaffen, der die Besatzung unterstützen soll. Ein Beispiel: Der Kapitän meldet, dass das Logolight nicht brennt, also das Seitenleitwerk bei Start und Landung nicht angestrahlt wird. Das ist nicht wichtig für den sicheren Flugbetrieb, kann aber am Zielort nicht repariert werden. Also bereitet der Experte alles für den nächsten Aufenthalt der Maschine in der Halle vor, sorgt für die Bereitstellung von Ersatzteilen usw.

Boeing 767 Condor

Die Besatzungen können bei technischen Problemen sicher sein, dass sie bei ihren Wartungsexperten in guten Händen sind. Foto und Copyright: Condor  

 

Noch während die Maschine in der Luft ist, beschäftigt sich der Troubleshooter mit den Wartungsunterlagen und schreibt die Arbeitsanweisungen nach den Dokumenten der Hersteller. Das alles kann indessen, vor allem wenn alle Flugzeuge der Flotte weltweit unterwegs sind, für einen einzelnen Mann zu viel werden. „Also haben wir ein MCC eingerichtet“, sagt Rudolf Wagenknecht stolz, „ein Maintenance Control Center, das an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden lang besetzt ist.“

In diesem MCC arbeiten ein Wartungsleiter, der zugleich Schichtführer für die Spezialisten im Hangar ist, und der bereits erwähnte Troubleshooter, der auf Funkmeldungen und E-Mails reagiert. Ein Dritter ist Materialplaner und Einkäufer, der die erforderlichen Ersatzteile schnell und preiswert auf dem internationalen Markt beschafft, und schließlich gibt es noch einen Arbeits- und einen Kapazitätsplaner.

Die gesamte Tätigkeit im MCC und in der Halle erfolgt in enger Abstimmung mit dem Operations Center von Condor, denn manchmal dauert eine Reparatur länger als geplant, und dann muss eine Maschine eventuell vorgezogen werden, die eigentlich später und woandershin starten sollte.

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Beim Wartungsleiter laufen alle Fäden der Arbeit des MCC zusammen. Foto und Copyright: Matthias Gründer  

 

„Dabei steht die Sicherheit immer an erster Stelle, und der Passagier soll gar nichts von dieser Arbeit erfahren“, betont Wagenknecht. „Nicht selten passiert es, dass am Flughafen eine Verspätung mit einem ‚Triebwerksproblem‘ begründet wird, was bei Passagieren mit Flugangst nicht gerade für Begeisterung sorgt. Dabei hatten wir es unter Umständen nur mit einem nicht schließenden Deckel zu tun.“

Besonders reizvoll ist allerdings die Arbeit bei der Task Force, für die laut Arbeitsvertrag jeder herangezogen werden kann. Steht nämlich irgendwo auf der Welt eine Condor-Maschine mit einem technischen Problem, das dort nicht repariert werden kann, dann muss bei jeder Tages- oder Nachtzeit ein Kollege mit der entsprechenden Qualifikation bereit sein, dorthin zu fliegen und das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen. Viele Mitarbeiter haben eine höhere Qualifizierung, als sie eigentlich benötigen; Bewerbungen zur Weiterbildung sind stets willkommen – alles im Interesse der Flugsicherheit.

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Matthias Gründer


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