14.11.2013
FLUG REVUE

Zeitarbeit in der Luft- und RaumfahrtBei Zeitarbeit ist Flexibilität gefragt

Ein Großteil der Angestellten von technischen Zeitarbeitsfirmen arbeiten in Deutschland in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Wie sehen ihre Perspektiven heute aus?

EADS Cassidian Testingenieur vor Monitor in weißem Kittel Foto EADS

Qualifizierte Ingenieure sind in der Luft- und Raumfahrtindustrie immer gesucht. Foto und Copyright: EADS  

 

Wenn eine Firma ihren Personalbestand reduziert, dann sind davon zunächst immer die Zeitarbeiter betroffen, da man sich schnell und ohne finanziellen Aufwand von ihnen trennen kann. Zeitarbeiter sind bei Per-sonaldienstleistern angestellt, die ihre Mitarbeiter an Firmen ausleihen. Das ist in normalen Zeiten eine Situation, aus der alle Beteiligten einen Gewinn ziehen: Der Mitarbeiter steht in einem festen Angestelltenverhältnis und lernt trotzdem verschiedene Firmen und Arbeitgeber kennen. Durch den ständigen Wechsel von einer Arbeitsstelle zur anderen wird die Arbeit selten langweilig. Der Nachteil für ihn besteht darin, dass er zum Teil deutlich weniger verdient als fest angestellte Mitarbeiter der Unternehmen, in denen er eingesetzt wird.
Der Gewinn für die Leihfirma besteht darin, dass durch das „Verleihen“ von Mitarbeitern Geld verdient, ohne selbst etwas zu produzieren. Das Risiko für die Leihfirma besteht darin, dass sie ihre fest angestellten Mitarbeiter weiter bezahlen muss, auch wenn Unternehmen keinen Bedarf an Leiharbeitern oder Ingenieuren haben.
Das Unternehmen, das Leiharbeiter vom Personaldienstleister beschäftigt, hat den Vorteil, dass es sich nicht langfristig an Mitarbeiter binden muss. Wenn aufgrund hoher Nachfrage oder projektbezogen Bedarf vorhanden ist, werden Leiharbeiter eingesetzt, ansonsten nicht. Je nach Produktionstiefe und Branche arbeiten in Unternehmen bis zu 15 Prozent Leiharbeiter.
Das führende Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland ist Randstad mit rund 63.000 Mitarbeitern in 500 Niederlassungen. 2012 machte es einen Umsatz von 1,84 Milliarden Euro.
In den Herstellerbetrieben der Luft- und Raumfahrt arbeiten auch viele Angestellte von Zeitarbeitsfirmen. Im Vergleich zu 2006/2007, als durch die Verspätungen beim A380 Airbus in Deutschland über 1000 Leiharbeiter abbaute, ist die Situation im Moment entspannter. Zwar müssen die Hersteller und Zulieferer auch an allen Ecken und Kanten sparen, aber Airbus sitzt derzeit noch auf einem sehr großen Auftragspolster, das erst einmal abgearbeitet werden muss. Deswegen werden auch noch entsprechende Personalkapazitäten benötigt. Allerdings gilt das nicht für jede Tätigkeit. Während Ingenieure für Elektronik noch gesucht werden, wird es für Metallbauer schwierig, einen neuen Job zu finden. Langfristig sind die Aussichten dagegen gerade in der Luft- und Raumfahrt positiv.




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