09.12.2013
FLUG REVUE

Umbau beim Verteidigungs- und RaumfahrtbereichEADS: 5800 Stellen sollen gestrichen werden

EADS hat dem Europäischen Betriebsrat heute wie angekündigt einen Restrukturierungsplan für die künftige Division Airbus Defence and Space (Airbus DS) vorgelegt. Personal wird reduziert und Standorte konzentriert.

EADS-Logo 2013

Der EADS-Konzern wird sich Anfang 2014 in Airbus umbenennen.(Foto: EADS).  

 

Insgesamt plant EADS den Abbau von 5800 Stellen bei Airbus DS sowie in den Konzernfunktionen beziehungsweise der Zentrale bis Ende 2016.

„Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft steigern – und wir müssen jetzt damit beginnen“, sagte Tom Enders Chief Executive Officer (CEO) von EADS zu den lange erwarteten Plänen. Da die traditionellen Märkte in diesen Bereichen schrumpfen, „müssen wir dringend den Zugang zu internationalen Kunden verbessern und Wachstumsmärkte erschließen“, fordert Enders. „Dafür müssen wir Kosten senken, Überschneidungen bei Produkten und Ressourcen abbauen, Synergien in unseren Aktivitäten sowie im Produktportfolio heben und unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gezielter ausrichten. Das sind die Ziele der Restrukturierung und Integration unseres Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäfts.“

Gegen den Stellenabbau hatte es zuletzt an verschiedenen Standorten des Unternehmens Protestkundgebungen der Belegschaft gegeben. Als Beruhigungspille ist daher vorgesehen, bei Airbus und Eurocopter bis zu 1500 Stellen für Mitarbeiter aus anderen Bereichen des Konzerns bereitzustellen.

Nach der Nicht-Verlängerung von rund 1300 befristeten Verträgen und der Umsetzung zusätzlicher freiwilliger Maßnahmen wird sich der endgültige Personalabbau zwischen 1000 und 1450 Stellen bewegen, so EADS.

Der Konzern beabsichtigt zudem, Verhandlungen mit den Betriebsräten zu führen, „um Vereinbarungen zur Senkung der Arbeitskosten zu treffen, die die sozialen Auswirkungen des Restrukturierungsplans abfedern“. Im Rahmen des allgemeinen Personalabbaus sollen bei den zentralen Konzernfunktionen und Services rund 500 Stellen gekürzt werden, heißt es weiter.

EADS beginnt nun gemeinsam mit den Betriebsräten, geeignete Sozialmaßnahmen und Lösungen für alle betroffenen Mitarbeiter zu erarbeiten.

Neben den einschneidenden Personalmaßnahmen sieht der Restrukturierungsplan für das Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft des Konzerns eine „umfassende Konsolidierung“ von Standorten in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien vor.

Für Deutschland bestätigten sich Spezkulationen, dass die Zentrale der Division Airbus DS in Ottobrunn/Taufkirchen angesiedelt wird. Etwa 1000 Funktionen, die sich derzeit in Unterschleißheim befinden, werden dorthin umziehen. Weitere 200 bis 300 in Unterschleißheim angesiedelte Mitarbeiter werden an andere süddeutsche Standorte von Airbus DS verlagert.
Der Konzern plant die Veräußerung des Standorts Unterschleißheim.

In Frankreich wird der Konzern wird sein Gebäude für zentrale Stabsfunktionen in Montmorency (Paris) veräußern; die Mitarbeiter verlegen nach Suresnes, wo bereits Beschäftigte des Corporate Technical Office und von Innovation Works angesiedelt sind.

Sämtliche derzeit in Suresnes angesiedelten Funktionen und Mitarbeiter von EADS-Divisionen werden im Rahmen der bevorstehenden Gründung von Airbus DS nach Elancourt oder Les Mureaux verlegt.

Im Raum Madrid werden die Aktivitäten von San Severo und Castellena nach Getafe verlagert. Der Transfer von Tablada nach San Pablo Süd wird derzeit geprüft.

In Großbritannien wird eine Konsolidierung der Aktivitäten hauptsächlich um die drei wichtigsten Standorte Stevenage, Portsmouth und Newport angestrebt.

Die neue Division startet am 1. Januar 2014 auf Führungsebene. Nach dem Konsultationsverfahren mit den Betriebsräten, das voraussichtlich Mitte 2014 abgeschlossen sein wird, werden die drei Divisionen Airbus Military, Astrium und Cassidian als Airbus DS auf allen Ebenen voll integriert und funktionsfähig sein, hofft EADS.



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