12.07.2010
FLUG REVUE

Deloitte sieht neue Herausforderungen für Luftfahrtindustrie

Laut dem „2009 Global Aerospace & Defense Industry Performance Wrap-up“-Report von Deloitte hat die Luftfahrtindustrie der Krise erfolgreich getrotzt, steht aber vor neuen Herausforderungen.

„Die meisten der untersuchten Unternehmen haben sich besser behauptet als Unternehmen anderer Branchen“, sagt Michael Hessenbruch, Partner A&D bei Deloitte. „Diese Widerstandfähigkeit basiert neben den gesunden Bilanzen und langfristig ausgerichteten Strukturen der Unternehmen besonders auf der weiterhin hohen langfristigen Nachfrage in den nicht-westlichen Weltregionen nach Sicherheits- und Verteidigungstechnik, aber auch nach Verkehrsflugzeugen.“

So blieben die Umsätze in etwa auf Vorkrisenniveau, während die Margen und Gewinne aus dem operativen Geschäft um etwa 15 bis 16 Prozent sanken. Dabei erwiesen sich die US-amerikanischen Unternehmen insgesamt profitabler als die europäischen Konkurrenten.


Bei näherer Betrachtung der einzelnen Unternehmen zeigt sich jedoch ein differenzierteres Bild: Sonderabschreibungen und Verlustrückstellungen in Großprogrammen bei Boeing, EADS und BAE Systems machen einen Großteil dieses Gewinnrückgangs der Branche aus.   
 
In Europa sind die längerfristigen Perspektiven allerdings nicht ungetrübt: So ist in nächster Zeit länderübergreifend mit einer Kürzung von Wehretats zu rechnen – hinzu kommen Wechselkursschwankungen und ein weiterhin erschwerter Kreditzugang. Für die Unternehmen bedeutet das in den nächsten Jahren erhebliche Herausforderungen – zusätzlich zu den Performance-Problemen in Großprojekten“, erklärt Hessenbruch.

Die US-amerikanischen Anbieter verzeichneten im Jahr 2009 ein Umsatzwachstum von 3,4 Prozent, während die Umsätze der Europäer um 2,1 Prozent zurückgingen. Die operativen Margen der US-Amerikaner lagen bei 9,3 Prozent, die der Europäer bei 4,6 Prozent.

Die Gründe für die niedrigere Profitabilität der Europäer liegen unter anderem in der noch unzureichend schnellen und konsequenten Rationalisierung/Anpassung der Produktionsanlagen, aber auch in arbeitnehmerfreundlicheren gesetzlichen Rahmenbedingungen als in den USA.
 
Abseits der allgemeinen konjunkturellen Lage ist für die Entwicklung der A&D-Branche eine Reihe individueller, unternehmensspezifischer Faktoren ausschlaggebend. Dazu gehören die angespannte Lage bei den EADS Großprojekten, höhere F&E-Kosten bei Boeing, die gegen BAE-Systems verhängten Sanktionen sowie ein Gewinneinbruch bei Textron. Erstaunlicherweise blieb der Beschäftigungsstand in der gesamten Industrie weltweit vergleichsweise stabil.
 
„Für die A&D-Branche ist das Jahrzehnt der nahezu ungebremsten Prosperität definitiv vorbei. Umso wichtiger ist es für die Marktteilnehmer, jetzt die maßgeblichen Treiber für künftiges Wachstum zu identifizieren und konsequent zu nutzen. Diese werden vor allem innovative Technologien in Bereichen wie Cybersicherheit, Überwachung, unbemannten Flugzeugen und Homeland Security sein, was auch zu einer Veränderung in der Supplier-Struktur der Industrie führen wird“, so das Fazit von Michael Hessenbruch.




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