11.05.2014
FLUG REVUE

Stippvisite im PiratennestDie letzten aktiven A-7 Corsair der Welt

Mehr als 1500 Exemplare der A-7 Corsair II hat Vought gebaut. Heute wehrt sich der markante Jet nur noch bei einer einzigen Staffel in Griechenland gegen das Aussterben, und auch hier nähert sich die Karriere des „Korsar“ dem Ende. Wir haben die 336. Staffel in Araxos, Heimat der letzten A-7, besucht.

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"Tief fliegen, hart zuschlagen": Als ob das Motto der 336. Staffel der griechischen Luftstreitkräfte nicht schon eindrucksvoll genug ist, prangt neben dem Satz auf der schwarz lackierten Vought A-7 Corsair II noch ein Totenkopf. Willkommen in Araxos, Heimat der letzten fliegenden Korsaren der Welt. Auf dem Fliegerhorst im Nordwesten der Peloponnes ist das 116. Kampfgeschwader stationiert. Der in den 60er Jahren entwickelten Jagdbomber fliegt hier Seite an Seite mit der modernen Lockheed Martin F-16C/D Block 52+.

Neben den USA hatte nur Griechenland das Muster neu gekauft. Ab Mitte der 70er Jahre lieferte Vought insgesamt 60 A-7H und fünf TA-7H an die Elliniki Polemiki Aeroporia. Die einzigen anderen Nutzer waren Portugal (gebrauchte Navy-Maschinen als A-7P, bis 1999 geflogen) und Thailand (ebenfalls gebrauchte Exemplare der United States Navy, von 1995 bis 2004). Die erste A-7H flog am 6. Mai 1975. Bereits im September desselben Jahres kamen die ersten "Piraten" zu den Staffeln 340 und 345 in Souda auf Kreta. Zwischenzeitlich war der Jet auch bei der 347 Mira (Staffel) im Einsatz, und zwar bis 1992 in Larissa.
In Araxos ersetzte das eigentliche Trägerflugzeug eine weitere Jetlegende. Hier flogen nämlich noch bis in die 90er Jahre hinein die letzten Lockheed F-104G Starfighter Griechenlands, für die dringend Ersatz hermusste.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit der Corsair entschied sich die griechische Führung wieder für den Jagdbomber, dieses Mal jedoch für gebrauchte Flugzeuge. Insgesamt übernahm man 49 A-7E von der US Navy. Die meisten davon hatten noch im Golfkrieg 1991 bei den Marinestaffeln VA-46 und VA-72 gedient, den letzten beiden Einsatzeinheiten der A-7 bei der USN. Hinzu kamen acht TA-7C-Doppelsitzer.
Die ersten grundüberholten Maschinen landeten im April 1993 bei der 335 Mira "Tigris". Im folgenden Jahr bekam auch die 336 Mira "Olympos" ihr neues Fluggerät. Die Staffeln in Souda rüsteten jedoch 2002 auf die F-16 um und gaben ihre A-7H an die 336. Staffel nach Araxos ab. Deren A-7E gingen komplett an die Tigerstaffel 335, die sie bis 2007 flog. Danach bereitete sich die Einheit auf ihr neues Objekt der Begierde vor: Die ersten von 30 bestellten F-16, Block 52.  Für die Olympos-Schwadron bedeutete dies ebenfalls einen Wechsel: Die verbliebenen A-7H wichen den A-7E der "Raubkatzen".


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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