12.09.2012
FLUG REVUE

EADS und BAE Systems verhandeln über Zusammenschluss

Paukenschlag in der europäischen Luftfahrt- und Rüstungsbranche: BAE Systems und EADS haben heute die Börsen darüber informiert, dass Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Unternehmen geführt werden.

EADS BAE Merger

 

 

Der mögliche Zusammenschluss der beiden Unternehmen soll durch eine Dual-Listed Company-Struktur durchgeführt werden, bei der beide Unternehmen durch einen Interessensausgleich und weitere Vereinbarungen als eine Gruppe operieren, jedoch weiterhin separat an ihren jeweiligen Börsenplätzen zugelassen bleiben.

Gemäß den Gesprächen zwischen den beiden Parteien ist vorgesehen, dass die Aktionäre von BAE Systems einen Anteil von 40 % und die Aktionäre von EADS einen Anteil von 60 % an der erweiterten Gruppe halten. Ferner soll eine einheitliche Leitungs- und Aufsichtsstruktur mit identischen Verwaltungs- und Aufsichtsratsmitgliedern bei BAE Systems und EADS geschaffen werden.

Der mögliche Zusammenschluss würde einen weltweit führenden internationalen Konzern in den Bereichen der Luft- und Raumfahrt, Rüstung und Sicherheit mit wesentlichen Produktions- und Technologiekapazitäten in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien und den USA schaffen.

BAE Systems und EADS betreiben hochsensible Rüstungsunternehmen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Saudi-Arabien und Australien sowie in anderen Ländern. Daher wurden Gespräche über die Implikationen der möglichen Transaktion mit verschiedenen Regierungsvertretern aufgenommen.

BAE Systems und EADS beabsichtigen, im Rahmen der zwischen den Parteien diskutierten Transaktionsstruktur sicherzustellen, dass bestimmte Unternehmensbereiche im Rüstungsbereich gemäß ihrer Bedeutung für strategische und nationale Interessen durch angemessene Regelungen abgegrenzt werden, insbesondere in den USA angesichts der wesentlichen Bedeutung dieses Marktes für die erweiterte Gruppe.

Darüber hinaus planen die beiden Parteien mit entsprechender Zustimmung der Aktionäre, Sonderaktien von BAE Systems und EADS an die französische, deutsche und britische Regierung auszugeben, um die bestehende Sonderaktie der britischen Regierung an BAE Systems und die gemeinsamen Interessenvereinbarungen im Zusammenhang mit EADS zu ersetzen.

Sollten EADS und BAE Systems nach Abschluss der Verhandlungen zu einer endgültigen Vereinbarung über die Bedingungen eines Zusammenschlusses kommen, wird der Abschluss unter anderem von einigen Regierungszustimmungen und regulatorischen Zustimmungen, von der Zustimmung der Aktionäre von BAE Systems und EADS und bestimmten transaktionsspezifischen Konditionen, festgelegt durch den City Code on Takeovers and Mergers (der Kodex), abhängen.

Gemäß Regelung 2.4(c) des Kodex müssen beide Parteien oder EADS am 10. Oktober 2012 bis spätestens 17 Uhr (Ortszeit London) entweder eine  Transaktion gemäß Regelung 2.7 des Kodex bekanntgeben oder bekanntgeben, dass sie oder EADS nicht länger einen Zusammenschluss der Unternehmen anstreben. Die Frist kann  verlängert werden.



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