19.11.2014
FLUG REVUE

EurofighterEntwicklungsvertrag für Captor-E-Radar unterzeichnet

Nach vielen Verzögerungen hat die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH heute den Auftrag für Entwicklung und Integration des Captor-E-Radars in den Eurofighter erhalten. Eine Milliarde Euro werden investiert.

Captor-E in IPA5 Eurofighter 2014

Das Captor-E-Radar verfügt über eine drehbare Antenne, die mit über 1000 Sende-/Empfangsmodulen bestückt ist (hier abgedeckt) (Foto: BAE Systems).  

 

Mit dem lange überfälligen Vertrag hofft man insbesondere, die Exportchancen des Eurofighter zu erhöhen, denn viele Interessenten bestehen auf eine Ausstattung mit einem AESA-Radar (elektronische Strahlschwenkung). Die Rede war daher von einem „Schlüsselmoment“ und einem „historischen Tag“ im Programm.

Captor-E Vertrag Edinburgh November 2014

Die Verteidigungsstaatssekretäre der Eurofighter-Nationen waren in Edinburgh bei der Vertragsunterzeichnung zum Captor-E dabei (Foto: Eurofighter).  

 

Die Unterzeichnung des Kontrakts fand in Edinburgh statt, wo sich die Verteidigungs-Staatssekretäre der Eurofighter-Nationen Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien trafen. Edinburgh ist auch Sitz von Selex ES, einem der wesentlichen Industriepartner des Euroradar-Konsortiums, das Captor-E entwickelt.

Bisher waren die Arbeiten von der Industrie vorfinanziert worden. Ein Captor-E flog seit Oktober bereits einige Test in einem Eurofighter (IPA5) von BAE Systems, ohne aber wohl bisher aktiv zu senden. Weitere Flugversuche sind für 2015 angesetzt.

Mit dem jetzigen Auftrag sind keine Bestellungen verbunden und es ist auch nicht klar, wann ein Captor-E aus der Serie verfügbar ist. Von Industrieseite wurde betont, dass sich das Captor-E mit seiner drehbaren Antenne sowohl in Neuflugzeuge als auch in bereits gelieferte Maschinen der Tranche 2 und 3 einrüsten lässt. „Bestehende und neue Kunden können sich an der Anpassung des Radars an ihre individuellen operationellen Anforderungen beteiligen“ hieß es.

Captor-E bietet dank des großen Einbauraums in der Nase des Eurofighters mehr Sende-/Empfangsmodule als bei vielen Konkurrenten. Durch die Drehbarkeit wird der horizontale Sichtwinkel auf 200 Grad erhöht.

In Deutschland ist Airbus Defence and Space ist mit seinen Business Lines Military Aircraft und Electronics maßgeblich an der Entwicklung und Integration des neuen Radars beteiligt. „Dieser Auftrag sichert die Weiterentwicklung der Radartechnik, und damit eine militärische Kernfähigkeit in Deutschland“ , sagte Thomas Müller, Leiter der Business Line Electronics von Airbus Defence and Space. Berndt Wünsche, Leiter des Bereichs Kampfflugzeuge bei Airbus Defence and Space, erklärte in Edinburgh: „Das Captor-E eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Einsatz und verbessert substantiell die Chancen des Eurofighter im Export.“

Hauptvorteil des „Captor-E“-Radars ist die Fähigkeit, mehrere Aufgaben quasi-gleichzeitig zu erfüllen. So kann der Pilot den Luftraum vor seiner Maschine oder am Boden auf eventuelle Bedrohungen oder Ziele weiträumig absuchen und gleichzeitig Ziele am Boden identifizieren oder einzelne Objekte in der Luft punktuell erfassen.



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