11.06.2014
FLUG REVUE

Die Geschichte begann schon in den 1970er Jahren...Eurofighter: Die Chronik

Das Eurofighter-Programm feierte 2014 den 20. Jahrestag des Erstflugs und zehn Jahre Einsatz bei der Luftwaffe. Die Geschichte des größten europäischen Rüstungsprogramms reicht aber viel weiter zurück...

MBB TKF 1978

Schon 1978 zeigte MBB seinen TKF90-Entwurf, der die Auslegung des Eurofighter klar vorwegnimmt (Foto: MBB)  

 

1977
Frankreich, Deutschland und Großbritannien erklären einen Bedarf für ein neues Kampfflugzeug in den 1990er Jahren, das möglichst gemeinsam entwickelt werden soll.

1978
MBB stellt einen Kampfflugzeugentwurf mit Deltaflügel und Canards vor (TKF90 = taktischens Kampfflugzeug der 90er Jahre).

1980
Aeritalia beteiligt sich an den Studien zu einem europäischen Kampfflugzeug
 
April 1982
Ein 1:1-Modell des ACA (Agile Combat Aircraft) wird erstmals gezeigt. Es gib einen Anhaltspunkt für die Form des künftigen europäischen Kampfjets. Noch hat es zwei Seitenleitwerke.
 
Ende 1982
Vorschlag für die Entwicklung eines EAP (Experimental Aircraft Programme), mit dem Technologien für künftige Fighter untersucht werden sollen.

16. Dezember 1983
Die Luftwaffenchefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien untezeichnen ein “Outline European Staff Target” für ein FEFA (Future European Fighter Aircraft).

11. Oktober 1984
Die Luftwaffenchefs unterzeichnen ein “European Staff Target” das als Grundlage für weitere Industriestudien dient.
 
2. August 1985
Deutschland, Großbritannien und Italien unterzeichnen einen Vertrag über die Eurofighter-Entwicklung. Spanien tritt einen Monat später dem Programm bei, Frankreich scheidet aus.

1. Juni 1986
Die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH wird als Hauptauftragnehmer des Eurofighter gegründet. Anteilseigner sind British Aerospace, MBB, CASA und Alenia.

6. August 1986
Der Technologieträger British Aerospace EAP (Experimental Aircraft Programme) startet in Warton zum Jungfernflug.
 
1. September 1986
Die Eurojet Turbo GmbH wird als Managementfirma für das EJ200-Triebwerk gegründet. Partner sind MTU, Rolls-Royce, ITP, Avio.

Verteidigungsminister EFA Mai 1988

Am 16. Mai 1988 unterzeichneten die Verteidigungsminister George Younger (links), Dr. Manfred Wörner (Mitte) und Valerio Zanone in Bonn eine Übereinkunft über die Entwicklung des European Fighter Aircraft (Foto: RAF Germany).  

 

16. Mai 1988
Die Verteidigungsminister von Deutschland, Großbritannien und Italien einigen sich in Bonn über die Entwicklung des European Fighter Aircraft. Spanien tritt später bei.
 
23. November 1988
Die Entwicklungsverträge für EFA und das EJ200-Triebwerk werden in München unterzeichnet. Als Auftraggeber fungiert die NATO European Fighter Aircraft Management Agency (NEFMA).

25. Oktober 1990
Das erste EJ200-Triebwerk absolviert seinen Probelauf.

25. Oktober 1991
In Ottobrunn beginnt die Endmontage des Prototyps DA1.
 
20. Januar 1992
Das von GEC Marconi geführte EuroDASS-Konsortium erhält den Zuschlag für die Entwicklung des elektronischen Selbstschutzsystems.

10. Februar 1992
Die Verteidigungsminister einigen sich auf eine Streckung des Programms und reduzieren die Stückzahlen. Das Flugzeug heißt nun Eurofighter 2000.
 
27. März 1994
Erstflug des Eurofighters (DA1) in Manching mit Peter Weger im Cockpit.
 
15.  Dezember 1997
Erster Verschuss einer Lenkwaffe (AIM-9L Sidewinder) vom Prototyp DA7 über Sardinien.

22. Dezember 1997
In Bonn wird ein Memorandum of Understanding über die Serienproduktion des Eurofighter unterzeichnet.

30. Januar 1998
Der Erster Serienvetrag wird unterzeichnet. Er umfasst 148 Flugzeuge.

27. April 2001
Ein Vertrag üfer das ASTA (Aircrew Synthetic Training Aids) wird unterzeichnet. Er umfasst unter anderem 18 Simulatoren.

21.  November 2002
Eurofighter-Prototyp DA6 stürzt nach dem Ausfall beider Triebwerke in Spanien ab. Die Crew rettet sich mit dem Schleudersitz.
 
13. Februar 2003
Der erste Eurofighter aus der Serienproduktion, der Doppelsitzer GT001, fliegt in Manching. Die Luftwaffe erhält die Maschine am 17. Februar der als Ausbildungszelle, wofür sie von Manching nach Kaufbeuren überführt wird. Die ersten Eurofighter aus der Serie in Großbritannien und Italien fliegen am 14. Februar, Spanien (ST001) folgt am 17. Februar.
 
30. Juni 2003
In Manching wird die internationale Zulassung des Eurofighter gefeiert.

1. Juli 2003
Österreich unterzeichnet einen Vertrag für 18 Eurofighter. Dieser wird allerdings später geändert.
 
9. Oktober 2003
Die spanischen Luftstreitkräfte übernehmen ihren ersten Eurofighter. Zunächst erfolgt die Pilotenausbildung in Getafe, bevor am 4. Mai 2004 nach Moron verlegt wird (Ala 11).
 
19. Februar 2004
Die italienischen Luftstreitkräfte übernehmen ihren ersten Eurofighter (Doppelsitzer IT001).
 
30. April 2004
Die Luftwaffe übernimmt offiziell ihre ersten Eurofighter beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage.
 
14. Dezember 2004
Unterzeichnung des Vertrags für die Fertigung der Tranche 2 (236 Flugzeuge).
 
21. Dezember 2005
Großbritannien und Saudi-Arabien unterzeichnen eine Absichtserklärung zum Kauf von 72 Eurofightern.

26. Juni 2007
Österreich ändert den Vertrag mit Eurofighter. Nun gibt es nur noch 15 Flugzeuge der Tranche 1, darunter Gebrauchtmaschinen.

12. Juli 2007
Österreich erhlt in Zeltweg seinen ersten Eurofighter.
 
17.  September 2007
Saudi-Arabien bestellt formell seine 72 Eurofighter im Wert von 4,43 Milliarden Pfund.
 
10.  Oktober 2008
Die RAF übernimmt ihren ersten Eurofighter der Tranche 2. Italien folgt am 14. November und Spanien am 11. Dezember.
 
31.  Juli 2009
Unterzeichnung des Produktionsvertrags für die Tranche 3A, die 112 Flugzeuge umfasst.
 
Oktober 2011
Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wird die Beschaffung des Eurofighter auf 140 Flugzeuge reduziert. Das heißt, es gibt keine Tranche 3B.
 
29.  Januar 2013
Die Royal Air Force erhält ihren 100. Eurofighter in Leuchars (1(F) Squadron).
 
28.  Februar 2013
Die Luftwaffe übernimmt in Manching ihren 100. Eurofighter (31+00). Er geht nach Nörvenich.
 
9. September 2013
Die Eurofighter-Flotte erreicht 200000 Flugstunden. Zu dieser Zeit waren 378 Flugzeuge ausgeliefert.
 
27. November 2013
Die Flugerprobung mit der Abstandswaffe Storm Shadow beginnt. Dafür wird das Instrumented Production Aircraft 2 (IPA2) eingesetzt, das auf den Phase 1 Enhancement-Standard aufgerüstet wurde.

2. Dezember 2013
Bei BAE Systems in Warton startet der erste Eurofighter der Tranche 3 zum Jungfernflug.
 
4. Dezember 2013
Der 400. Eurofighter wird ausgeliefert. Er geht an die Luftwaffe (Taktisches Luftwaffengeschwader 31).

15. Januar 2014
Der Eurofighter (IPA7) fliegt in Manching erstmals mit der Abstandswaffe Taurus.



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