13.01.2017
Erschienen in: 02/ 2017 FLUG REVUE

Tests auf der USS „America“F-35-Programm: Trump twittert und macht Druck

Während die Tests der F-35 Lightning II mit Hochdruck weitergehen, gerät das Programm durch einen Tweet des künftigen US-Präsidenten unter Druck.

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Donald Trump ist nicht zimperlich, wenn es um die Kritik an Rüstungsprogrammen geht. Nachdem er am 6. Dezember die Pläne für eine neue Air Force One in einem Tweet zerrissen hatte („ ... die Kosten sind außer Kontrolle, mehr als vier Milliarden Dollar. Auftrag stornieren!“), war am 12. Dezember die F-35 an der Reihe: „Das F-35-Programm und die Kosten sind außer Kontrolle. Milliarden Dollar für militärische (und andere) Beschaffungen können und werden nach dem 20. Januar eingespart“, ließ er wissen.

Trump F-35B Tweet

Screenshot: Twitter  

 

Das ist Wasser auf die Mühlen der F-35-Kritiker. Die argumentieren aber weniger emotional, sondern auf Basis von Fakten. J. Michael Gilmore, Director of Operational Test and Evaluation des Pentagon, listete zum Beispiel in einem Mitte Oktober verfassten Memo an den zuständigen Beschaffungs-Staatssekretär die jüngsten Verzögerungen und Probleme im Entwicklungsprogramm (SDD = Systems Design and Development) auf. So verzögerte sich die Freigabe der neuen Missionssoftware 3FR6 von Februar auf voraussichtlich Dezember 2016. Grund dafür war unter anderem, dass die Programmierer noch Nachbesserungen am Block 3FR5 vornehmen mussten, um die Durchführung diverser Waffenversuche zu ermöglichen.

Von Januar bis September seien nur 2069 Missionssystem-Testpunkte abgearbeitet worden statt der geplanten 3189. Besonders hinter dem Plan liegt man bei den Versuchen mit der Bordkanone der F-35A. Hier leidet wegen kleiner Gier-Inputs durch das Öffnen der Mündungsklappe die Zielgenauigkeit – ein Problem, das man mit Software-Anpassungen beheben will.

Insgesamt gibt es noch 146 nicht abgearbeitete Reports zu Problemen der Kategorie 1 und 1033 der Kategorie 2. Das für den Betrieb sehr wichtige Autonomic Logistics Information System ist ebenfalls von Verzögerungen betroffen. Die Version 2.0.2, ohne die die USAF eigentlich keine anfängliche Einsatzbereitschaft erklären wollte, ist nun erst Anfang 2017 verfügbar. Erst dann können auch die Warte des Militärs Triebwerksdaten eingeben. Bisher muss dies von Personal des Herstellers Pratt & Whitney gemacht werden.

Insgesamt sieht Gilmore wenig Chancen, dass die SDD-Phase bis August 2017 abgeschlossen werden kann.    Somit ist auch der Beginn der Truppen-erprobung gefährdet. Außerdem räumt selbst das JSF-Programmbüro ein, dass für die noch ausstehenden Arbeiten rund 530 Millionen Dollar zusätzlich benötigt werden. Das Geld will man durch Einsparungen in anderen Bereichen des Fighter-Programms generieren.


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