02.01.2014
FLUG REVUE

Nach Untersuchungen zu KorruptionsvorwürfenIndien beendet AW101-Vertrag mit AgustaWestland

Nach diversen Korruptionsuntersuchungen, die knapp ein Jahr dauerten, hat die indische Regierung gestern den Vertrag für den Kauf von zwölf VIP-Hubschraubern mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

AW101 Indien VVIP

Indien hat den Vertrag zum Kauf von 12 AgustaWestland AW101 VVIP-Hubschraubern am 1. Januar 2014 annuliert (Foto: AgustaWestland).  

 

Als Grund für diese bisher einmalige Maßnahme wird die Missachtung eines „Integritätspakts“ (PCIP = Pre-Contract Integritiy Pact) durch AgustaWestland während der Wettbewerbsphase angegeben. Ein solches Vergehen kann aus Sicht der Regierung auch nicht durch ein Schlichtungsverfahren geregelt werden. Allerdings hat man vorsichtshalber einen Schlichter nominiert.

Die Affäre um die Beschaffung der VIP-Hubschrauber hatte im Februar 2012 zur Verhaftung und zum Rücktritt von Guiseppe Orsi, dem ehemaligen Chef von AgustaWestland und damaligen Vorstandsvorsitzenden des Mutterkonzerns Finmeccanica geführt. Das italienische Unternehmen weist die Beschuldigungen nach wie vor zurück.

Indien hatte den 560 Millionen Euro schweren Vertrag für die AW101 am 8. Februar 2010 unterzeichnet. Drei der Hubschrauber wurden im Dezember 2012 von England aus mit An-124 auf die Palam Air Force Station geflogen. Andere bereits fertig gestellte AW101 wurden eingelagert. Drei davon hat AgustaWestland inzwischen anderweitig verkauft.



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