28.06.2014
FLUG REVUE

Fitnesskur für eine LegendeInstandsetzung der F-4F Phantom in Jever

Die Ära der F-4F Phantom bei der Luftwaffe ist leider endgültig vorbei. Bis zum Schluss waren die Jets in einem tadelosen Zustand. Mit dafür verantwortlich war die Instandsetzung in Jever. Die FLUG REVUE hatte sich in Friesland umgeschaut.

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Bei der Depotinstandsetzung der F-4F Phantom in Jever werden alle Systeme auf Vordermann gebracht. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler  

 

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Die Erste wird die Letzte sein: Am 18. April 1974 übernahm das Jagdgeschwader 71 "Richthofen" in Wittmund mit der Phantom "37+01" die erste F-4F der Luftwaffe. Damit sie wie derzeit geplant bis zum 31. Dezember 2014 einsatzbereit bleibt, steht das, was von ihr übrig ist, gerade in einer Halle in Jever. Dort kümmern sich die Spezialisten der Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 (LIG) um das Urgestein. Fast alles ist ausgebaut und wird instandgesetzt, damit die Phantom bald wieder in neuem Glanz erstrahlen kann. Für die "37+01" ist es bereits die sechste sogenannte Depot-Instandsetzung (D. I.), die alle sechs Jahre beziehungsweise 1200 Flugstunden fällig wird. Sie ist in etwa vergleichbar mit dem D-Check bei Verkehrsflugzeugen.

Obwohl sich die Karriere der Phantom dem Ende neigt, sind die umfangreichen Maßnahmen weiter nötig, um den Flugstundenvorrat der Flotte bis 2014 sicherzustellen. Ist nämlich eine große Instandsetzung fällig, läuft die Verkehrszulassung ab und kann nicht verlängert werden. "Die Flugzeuge, die jetzt rausgehen, schaffen es gerade bis 2015", sagt Hauptmann Klaus Keller von der LIG 21. Eine DI dauert zwischen acht Monaten und einem Jahr, je nach den zu behebenden Schäden. Dafür sind grob geschätzt 20000 Mannstunden nötig.

Die Depot-Instandsetzung stellt die Hauptaufgabe der Friesländer dar, die davon zurzeit rund vier pro Jahr durchführen. In den Hochzeiten der F-4F konnten es schon mal 15 sein. Die EADS in Manching hat die Überholung von Phantoms bereits vor rund zwei Jahren beendet. Um die Einheit in Norddeutschland auszulasten, werden nun auch periodische Instandsetzungen (alle 600 Stunden) durchgeführt, die sonst in den Einsatzverbänden erfolgen.

Derzeit geht man in Jever von der Nutzungsdauer der Phantom bis 2014 aus. Auf dieser Basis sind von 2011 bis 2013 noch sechs weitere Depot-Instandsetzungen geplant, einschließlich der Bearbeitung von zwei F-4F der WTD 61 aus Manching. Der übergeordnete Plan wird vom Materialkommando der Luftwaffe in Köln-Wahn fest-gelegt. Jedes Jahr gibt es dann eine Instandsetzungskonferenz, in der festgelegt wird, was gemacht werden muss. Inwieweit sich die aktuellen Sparzwänge auf die Planung auswirken, ist noch offen.

Ist eine Phantom für eine DI vorgesehen, holt eine Besatzung der LIG 21 den Jet im Verband ab, um bereits auf dem Überführungsflug eventuelle Probleme feststellen zu können. Zu diesem Zweck besitzt Jever eine eigene Crew, die auch den Nachprüfflug am Ende der Arbeiten durchführt. Doch bis es so weit ist, liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor den Technikern.


WEITER ZU SEITE 2: Die Arbeiten dauern bis zu ein Jahr

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