22.06.2016
FLUG REVUE

Verträge mit der IndustrieVerbesserte Verfügbarkeit für Sea King im Visier

Mit einer „Joint Support Management Organisation“ in Nordholz wollen die Marine, Airbus Helicopters und Leonardo Helicopters die Einsatzbereitschaft des Sea King-„signifikant erhöhen“.

Sea King Marineflieger

Die Sea King der Marineflieger müssen noch bis 2023 durchhalten (Foto: Bundeswehr/Wilke).  

 

Die Zahl der Sea-King-Flugstunden war in den letzten zehn Jahren von 4000 auf weit unter 2000 und damit unter das operationelle Minimum gesunken. Da die Lieferungen des Nachfolgers Sea Lion (NH90) erst im Oktober 2019 beginnen, muss der Sea King noch bis Ende 2023 durchhalten.

Um bis dahin eine akzeptable Verfügbarkeit zu erreichen, haben Marine und Industrie die „Joint Support Management Organisation Mk41“ (JSMO Mk 41) gegründet. In Nordholz bezieht ein Team aus Soldaten und Mitarbeitern der Industrie gemeinsam neue Büros.

Das Team der JSMO setzt sich aus insgesamt zwölf ständigen Vertretern zusammen: der Firma Airbus Helicopter Deutschland, der Firma Leonardo Helicopters – vormals Agusta Westland, dem ursprünglichen Hersteller des Sea King –, dem Marinefliegergeschwader 5, dem Marineunterstützungskommando, dem Logistikzentrum der Bundeswehr und dem BAAINBw.

Deren enge Zusammenarbeit soll die Arbeitsprozesse im Flottenmanagement für den Sea King „beschleunigen und optimieren“. Die JMSO plant und koordiniert jegliche Wartungs- und Instandsetzungsmaßnahmen und stellt die schnellstmögliche Beschaffung von Ersatzteilen und Austauschmaterialen sicher. Das erlaubt eine optimalere Planbarkeit der einzelnen Maschinen, wodurch man wesentlich flexibler wird, heißt es.

 „Die neuartige Kooperation hat Pilotcharakter. Wenn sie funktioniert, könnte sie eine Vision für fliegende Systeme bilden“, erklärte Kapitän zur See Michael Potthoff. Er ist im BAAINBw noch Projektleiter für Marinehubschrauber, wird aber schon Ende Juni den gegenwärtigen Kommandeur des Marinefliegerkommandos, Kapitän zur See Hans-Jörg Detlefsen, ablösen.

In der Tat soll die JSMO auch den Grundstein für eine erfolgreiche Einführung des „Sea King“-Nachfolgers NH90 NTH „Sea Lion“ legen. Zugleich entlastet sie das fliegerische Personal, das durch den Wechsel auf den neuen Hubschrauber doppelt gefordert ist.

Durch die zeitliche Begrenzung des JMSO-Projekts zunächst bis zur Außerdienststellung der letzten „Sea King“ ist ein Risiko seitens der Bundeswehr sehr gering. Militärische Arbeitsplätze werden durch sie nicht gefährdet. Man kann an einem auslaufenden Hubschraubermuster unbekanntes Terrain betreten. Aus Industriesicht ergibt sich die Chance, sich als Servicedienstleister für ihr eigenes Produkt über die gesamte Nutzungsdauer zu beweisen. „Als eine Art Start-up-Unternehmung wird die JSMO sicherlich an ihren Aufgaben wachsen können und müssen“, so Klaus Przemeck, Vorstandsmitglied und Leiter des militärischen Unterstützungszentrums bei Airbus Helicopters Deutschland.



Weitere interessante Inhalte
Nördlichste Airline der Welt Air Greenland im Wandel

09.11.2016 - Air Greenland ist die profitable Lebensader Grönlands, steht aber vor großen Veränderungen. … weiter

Sikorsky Erste Truppenversuche mit der CH-53K abgeschlossen

24.10.2016 - Das US Marine Corps hat bei Sikorsky in West Palm Beach die erste Phase der Truppenversuche mit den neuen Schwerlasthubschrauber King Stallion durchgeführt. … weiter

Sikorsky 1000. H-60M Black Hawk für die US Army

14.10.2016 - Sikorsky hat am Donnerstag in Stratford die 1000. H-60M an die amerikanischen Heeresflieger übergeben. Der Transporthubschrauber soll noch bis 2070 in Dienst bleiben. … weiter

Sikorsky Letzte MH-60R an Australien übergeben

13.09.2016 - Die Royal Australian Navy hat bei einer Feier in Nowra formell ihre letzte „Romeo“ Seahawk in Empfang genommen. Alle wurden im Zeit- und Kostenrahmen geliefert, so der Hersteller. … weiter

Farnborough Air Show Waffensystem für die Sikorsky Black Hawk

12.07.2016 - Sikorsky will bis zum Jahresende seine Black Hawk mit einem neuen Waffensystem zertifiziert haben. Als Testhubschrauber dient eine S-70i aus polnischer Produktion. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App