06.11.2013
FLUG REVUE

Abschlusstest im EntwicklungsprogrammMEADS schafft Doppelabschuss von Flugzeug und ballistischer Rakete

Zum Abschluss des Entwicklungsprogramms hat das Medium Extended Air Defence System in White Sands einen schwierigen Test gegen zwei aus entgegengesetzten Richtungen anfliegenden Zielen bestanden.

MEADS Flight Test 2 Raketenstart

Insgesamt wurden beim Flight Test 2 von MEADS drei PAC-3-MSE-Lenkwaffen verschossen (Foto: MEADS International).  

 

Das laut MEADS International (Lockheed Martin, MBDA Deutschland und MBDA Italien) bisher einzigartige Szenario umfasste eine unbemannte QF-4-Zieldrohne und eine Lance-Rakete, die das Flugprofil eines taktischen ballistischen Flugkörpers nachflog.

Beide Ziele wurden vom MEADS-Überwachungsradar erfasst, das im UHF-Bereich arbeitet und 360 Grad abdeckt. Die Daten gingen an den Führungsgefechtsstand, der das Feuerleitradar (Multifunction Fire Control Radar) einwies. Dieses verfolgte beide Ziele und steuerte die PAC-3 MSE-Lenkwaffen erfolgreich zum Abfangpunkt.

Die PAC-3 MSE wurden von den Startfahrzeugen in deutscher beziehungsweise italienischer Konfiguration aus gestartet. Sie folgten dem so genannten „über die Schulter“-Flugprofil, das heißt sie machten eine scharfe Kurve gegen die Startrichtung.

MEADS Flight Test 2 Grafik 2013

Für den so genannten Flugtest Nr.2 von MEADS wurde ein komplexes Szenario mit dem Abschuss von Flugzeug und Rakete gewählt. Der Versuch gelang am 6. November 2013 über der White Sands Missile Range in New Mexico (Foto: MEADS International).  

 

Das MEADS-Programm hat damit alle drei Flugversuche erfolgreich absolviert. Mit Restarbeiten wird die 2005 von den USA (58,3 %), Deutschland (25 %) und Italien (16,7 %) beauftragte Entwicklung im nächsten Jahr abgeschlossen. Die Kosten lagen bei etwa vier Milliarden Dollar.

Nachdem die USA bereits im Februar 2011 mitteilten, aus dem Programm auszusteigen, wird es keine Beschaffung von MEADS geben. Für die beteiligte Industrie und die europäischen Partnerländer geht es darum, das bei MEADS gewonnene Wissen eventuell in andere Flugabwehrprogramme einfließen zu lassen.



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