15.03.2017
FLUG REVUE

Abschied von der PhantomUSAF stellt QF-4 außer Dienst

Zwanzig Jahre nach Auflösung der letzten Einsatzstaffel wurde die Phantom von der US Air Force noch als Ziel­drohne genutzt. Nun hieß es in Holloman AFB endgültig Abschied nehmen von dem legendären Kampfjet.

IN DIESEM ARTIKEL

Ein grauer Himmel erwartete die mehreren hundert Gäste, die am 21. Dezember auf die Holloman AFB gekommen waren, um die letzten QF-4 des Detachment 1, 82nd Aerial Target Squadron zu verabschieden. Sechs der 13 noch vorhandenen Phantoms waren auf dem Vorfeld neben zwei ihrer Nachfolger QF-16 geparkt. Noch einmal heulten die J79-Triebwerke auf, vier QF-4 rollten zur Bahn. Nach individuellen Überflügen und einem Formationsüberflug landeten sie ein letztes Mal, begrüßt von einem Wassersalut der Flugplatzfeuerwehr. Lt. Col. Ronald King, Kommandeur der Einheit und letzter Phantom-Pilot der US Air Force, hatte die Ehre, mit der „AF-349“ als Letzter aufzusetzen.

Damit ging das abschließende Kapitel der Phantom im Dienst der USAF zu Ende, knapp 20 Jahre hatte es gedauert. Seit 1997 waren 314 auf der Davis-Monthan Air Force Base eingelagerte Flugzeuge bei Tracor (später von BAE Systems aufgekauft) zu Zieldrohnen umgerüstet worden. Dafür hatten sie unter anderem ein Funksystem erhalten, das die Positionsbestimmung über ein Triangulationsverfahrenermöglichte. Auch eine Fernsteuerung wurde installiert, um die QF-4 von einer Bodenstation aus zu kontrollieren. Schließlich war bei unbemannten Flügen der Gefechtskopf einer AIM-9 Sidewinder im hinteren Cockpit fixiert, um im Notfall die Selbstzerstörung zu ermöglichen.

Für unbemannte Flüge wurde die QF-4 auf die Startbahn geschleppt und von einem Techniker im Cockpit angelassen. Dann fuhr der Bediener in der Kontrollstation den Schub hoch, um das Triebwerk zu checken, und aktivierte die Startautomatik. Während des Flugs wurde die unbemannte Phantom von einer bemannten QF-4 begleitet, die nach dem Beschuss zum Beispiel eventuelle Beschädigungen feststellte. Im Bedarfsfall konnte die QF-4 auf der langen Shuttle-Piste in White Sands notlanden, musste dann aber 21 Meilen zurück zur Basis geschleppt werden.


WEITER ZU SEITE 2: QF-16 folgt auf QF-4

1 | 2 |     


Weitere interessante Inhalte
Jets im Geschwindigkeitsrausch Top 10: Die schnellsten Flugzeuge der Welt

19.04.2017 - Nationales Prestige und technisches Knowhow: Nicht nur die Supermächte lieferten sich einen Wettstreit um immer neue Geschwindigkeitsrekorde. … weiter

Ausgemusterte F-16 werden zu unbemannten Zieldrohnen umgebaut US Air Force: QF-16 Drohne einsatzbereit

28.09.2016 - Die US Air Force baut ausgemusterte F-16 in Drohnen um. Diese als Zieldarsteller für die Zulassung neuer Raketensysteme benötigten QF-16-Drohnen haben nun die erste Stufe ihrer Einsatzbereitschaft … weiter

US Air Force Letzter Drohnenflug der QF-4 Phantom

29.08.2016 - Zum letzten Mal diente eine Phantom unbemannt als Zielflugzeug für Lenkwaffentests. Im Dezember wird die QF-4 endgültig außer Dienst gestellt. … weiter

Jet-Dinosaurier Top 10: Die ältesten aktiven Kampfflugzeugtypen

02.08.2016 - Kaum zu glauben trotz aller High-Tech-Programme: Noch immer befinden sich einige aus den 50er Jahren stammende Kampfflugzeug-Entwürfe im aktiven Einsatz. … weiter

Nach zwei tödlichen Unfällen Türkei stellt RF-4E außer Dienst

12.03.2015 - Die Türk Hava Kuvvetleri hat den Flugbetrieb ihrer letzten verbliebenen RF-4E Phantom mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die Aufklärungsaufgaben werden von der F-16 übernommen. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App