10.12.2013
FLUG REVUE

Bundesrechnungshof-JahresberichtBundeswehr: Weniger Luftfahrzeuge, mehr Aufwand

Auch wenn die Flotte stark geschrumpft ist, steigen in den nächsten Jahren die Ausgaben für die Materialerhaltung, so der Bundesrechnungshof in seinem neuen Jahresbericht.

Eurofighter Triebwerkswartung

Die neue Flugzeuggeneration der Bundeswehr ist komplexer und erfordert höhere Aufwendungen für die Materialerhaltung (Foto: Eurofighter/G. Lee).  

 

Im Jahr 1991 verfügte die Bundeswehr mit der Eingliederung der NVA über nicht weniger als 1928 Luftfahrzeuge. Bis zum Jahr 2012 reduzierte sie den Bestand um mehr als 60 Prozent. Die Anzahl soll in den nächsten fünf Jahren weiter sinken. Die Bundeswehr plant für das Jahr 2017 mit einem Bestand von 562 Luftfahrzeugen. Im Vergleich zum Ausgangsjahr 1991 hätte sie damit ihren Bestand auf weniger als ein Drittel (29,1 %) reduziert.

Im Zeitraum 1991 bis 2008 bewegten sich die Ausgabenfür die Materialerhaltung der Luftfahrzeuge auf einem gleichbleibenden Niveau. Danach stiegen sie an. Für die Jahre 2013 bis 2017 sind weiter steigende Ausgaben geplant. Sie sollen im Jahr 2017 mehr als 1,6 Mrd. Euro betragen und damit 726,9 Mio. Euro (80,5 %) höher sein als im Ausgangsjahr 1991, so der Rechnungshof.

Materialerhaltung Bundeswehr 1991 - 2017 Grafik

Trotz des sinkenden Bestands an Luftfahrzeugen nehmen die Ausgaben für deren Materialerhaltung in den kommenden Jahren zu (Foto: Bundesrechnungshof).  

 

Die höheren Ausgaben für die Materialerhaltung begründete das Verteidigungsministerim mit den neu zulaufenden Luftfahrzeugtypen, wie dem Eurofighter. Diese seien komplexer als ihre Vorgänger. Die Rüstungsindustrie halte hierfür unabhängig vom Bestand teure, vertraglich vereinbarte Materialerhaltungskapazitäten vor. Damit entstünden mit Zulauf des ersten neuen Luftfahrzeugs hohe Ausgaben für die Materialerhaltung.

Dieser Sockelbetragsteige mit dem Zulauf weiterer Luftfahrzeuge zunächst nicht. Die vorgehaltenen Materialerhaltungskapazitäten würden lediglich besser ausgelastet. Durch die Einbindung der Rüstungsindustrie habe die Bundeswehr Ausgaben für eigenes Instandsetzungspersonal und Material einsparen können. Im Übrigen seien die für den Eurofighter vorgehaltenen Materialerhaltungskapazitäten bereits ausgelastet. Daher müsse die Bundeswehr zusätzliche Materialerhaltungsleistungen einkaufen.



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