19.01.2016
FLUG REVUE

Militärische LuftfahrtstrategieVerteidigungsministerium definiert Technologie-Prioritäten

Erstmals hat das Verteidigungsministerium eine Militärische Luftfahrtstrategie erarbeitet, die die zivile Luftfahrtstrategie der Bundesregierung ergänzt. Die Militärische Luftfahrtstrategie definiert unter anderem über welche Fähigkeiten die Bundeswehr verfügen muss.

Eurofighter Frisian Flag 2015

Leistungssteigerungen des Eurofighter und ein NextGenWS sind zentrale Themen der Militärischen Luftfahrtstrategie (Foto: Luftwaffe/Metternich).  

 

„Wir machen sehr klar, was wir an Bedarf und Anforderungen haben“, so Staatssekretärin Katrin Suder, unter deren Federführung die Strategie entstand. Fähigkeiten wurden priorisiert und damit der künftige Handlungsbedarf definiert. Damit einhergehend werden Schwerpunkte für die Ausrichtung der deutschen Rüstungspolitik identifiziert.

Klar ist aus Sicht des Verteidigungsministeriums, dass die Entwicklung hochkomplexer Waffensysteme - zum Beispiel ein neues Kampfflugzeug (Next Generation Weapon System) – nur mit anderen Ländern möglich ist. Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese internationalen Kooperationen einer Neuausrichtung bedürfen – Stichwort Lead-Nation-Prinzip.

So hat Deutschland die Führungsrolle zur Entwicklung einer waffenfähigen Aufklärungs-Drohne übernommen. Die Militärische Luftfahrtstrategie erkennt in der Technologie der unbemannten Systeme (UAS) eine Schlüsselkompetenz, die durch maßgebliche industrielle Beiträge aus Deutschland (Selbstanspruch Generalunternehmer mit Know-how Sicherung vor allem bei Zulassung und Integration in den kontrollierten Luftraum)geprägt werden sollte.

Des weiteren wird angestrebt, die langfristigen F&T-Pläne des BMVg zur Technologieentwicklung und –reifmachung ausgewählter Themen in einer militärischen Technologie-Roadmap zusammenzufassen.

Ein akutes praktisches Problem ist die mangelnde Einsatzbereitschaft der fliegenden Waffen- und Einsatzsysteme. Sie soll unter Einbindung der deutschen wehrtechnischen Luftfahrtindustrie  und „unter Berücksichtigung des Gebotes der Wirtschaftlichkeit weiter durch moderne Ansätze wie leistungsbasierte Logistik“ verbessert werden.

Die neuen strategischen Linien sollen der Rüstungsindustrie eine Orientierung für ihre Ausrichtung bieten. Schließlich sind fast 100 Firmen der wehrtechnischen Luftfahrtindustrie am Standort Deutschland – mit über 22000 Mitarbeitern – für die Versorgungssicherheit der deutschen Luftstreitkräfte mit verantwortlich.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) begrüßte die lange erwartete Veröffentlichung der Militärischen Luftfahrtstrategie. Sie „weist der Militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland eine besondere, strategische und technologische Bedeutung zu“, so der BDLI.

BDLI-Präsident Bernhard Gerwert dankte dem „Bundesministerium der Verteidigung für das Vertrauen in unsere Branche und für die Konkretisierung der Zukunftsperspektiven, die für unsere Unternehmen und ihre Beschäftigten von hoher Bedeutung ist.“



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