10.08.2014
FLUG REVUE

"Ike" voll in FahrtAn Bord der USS "Eisenhower"

Der ehemalige US-Präsident wäre sicher stolz: Auch mehr als 30 Jahre nach der ersten Einsatzfahrt des nach ihm benannten Flugzeugträgers gilt die nukleargetriebene "Ike" immer noch als technisches Wunderwerk. Ein eingespieltes Team sorgt für einen reibungslosen Ablauf an Bord. Wir haben die USS "Dwight D. Eisenhower" im nordarabischen Meer bei ihrem Afghanistan-Einsatz besucht.

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Eine Boeing F/A-18F Super Hornet der "Jolly Rogers" kurz vor dem Aufsetzen auf dem Deck der USS "Eisenhower". Foto und Copyright: Patrick Hoeveler  

 

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Der ohnehin schon hohe Geräuschpegel in der Kabine der Greyhound steigt zu einem ohrenbetäubenden Brummen an, als der Pilot volle Leistung gibt. "Here we go!", schreien die Lademeister, kaum zu verstehen. Dann schlägt der Transporter förmlich auf dem Deck der "Eisenhower" auf. Am einzigen kleinen Kabinenfenster huschen abgestellte Hornets vorbei, man spürt, wie der Fanghaken über das Deck schleift. Jeder Muskel im Körper scheint angespannt und wartet auf den heftigen Ruck, doch er kommt nicht. Der Turboprop sackt leicht durch, als er über das Flugdeck hinaus schießt, und fliegt eine enge Linkskurve. "Ungewöhnlich", wird es später in der Kantine heißen, denn normalerweise treffen die CODs (für Carrier On-board Delivery) eines der vier Fangseile beim ersten Anflug.

Aber es hilft nichts, nach drei Stunden Flug wollen die Passagiere endlich raus aus der engen und heißen Grumman C-2. Das Spiel beginnt von Neuem, doch diesmal kommen die Lademeister nur bis "Here we ...". Der Pilot zieht hoch und dreht erneut ab. Anscheinend war das Flugdeck nicht bereit. Langsam macht sich bei den Seeleuten, von denen die meisten zum ersten Mal auf einem Träger landen, Unruhe breit. Innerhalb von wenigen Minuten kurvt die Greyhound wieder ein. Im kleinen Bullauge ist nur blauer Himmel zu erkennen, dann huschen wieder die grauen Hornets ins Blickfeld. Sekundenbruchteile später erfolgt der Schlag und endlich der Ruck, auf den alle sehnsüchtig gewartet haben. Den Körper drückt es stark in den entgegen der Flugrichtung angeordneten Sitz. Nach zwei, drei Sekunden ist der Spuk vorbei, und der Magen kann sich wieder beruhigen.

Die Ladeklappe öffnet sich und erlaubt die ersten Blicke auf den Flugzeugträger-Alltag. Auf dem Flugdeck herrscht hektisches Treiben, während die sogenannten "Gelbhemden" den auch von der Besatzung des Schiffes sehnlich erwarteten "COD" mit der mitgebrachten Post zu seiner Parkposition bugsieren. Dann endlich geht es im Gänsemarsch aus dem Rumpf der engen, heißen und lauten Greyhound. Willkommen auf der USS "Dwight D. Eisenhower", CVN-69! Obwohl das Flugdeck weit über 300 Meter lang ist, tummeln sich überall Flugzeuge und Hubschrauber, und wieder ist es eng, heiß und laut. An für den Einsatz bereitgestellten scharfen Bomben und Flugkörpern vorbei geht es in das "Island". Auch hier herrscht nicht gerade Geräumigkeit, aber wenigstens gibt es eine Klimaanlage.


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