23.06.2014
FLUG REVUE

Zu späte Umkehr bei WetterverschlechterungSchweizer F-18-Absturz: Keine technische Ursache

Eine Fehlbeurteilung des Piloten und ein nicht mit letzter Konsequenz durchgeführtes Umkehrmanöver führten zum Absturz der F/A-18 bei Alpnach am 23. Oktober 2013. Dies ergibt der jetzt veröffentlichte Schlussbericht des militärischen Untersuchungsrichters. Beim dem Unfall waren der Pilot und Passagier ums Leben gekommen.

F/A-18 Hornet Schweiz Flug Gebirge

Die Schweizer Luftwaffe hat den Untersuchungsbericht zum Absturz einer F/A-18 im letzten Oktober veröffentlicht (Archivbild). Foto und Copyright: VBS Schweiz  

 

Am 23. Oktober 2013 kurz nach Mittag seien zwei F/A-18 vom Militärflugplatz Meiringen gestartet, um im Raum Zentralschweiz zu trainieren, teilte die Schweizer Luftwaffe mit. In einem der beiden Jets sei ein Arzt des Fliegerärztlichen Instituts Dübendorf als Passagier mitgeflogen. Ihm sollten die Trainingsbedingungen der Luftwaffe aus eigener Anschauung vermittelt werden.

Doch schon wenige Minuten nach dem Start bewegten sich die beiden Flugzeuge bei Alpnach auf eine Regenfront mit tiefliegenden Wolken zu. Der Patrouillen-Leader fällte den Entschluss, nach Meiringen zurückzukehren und setzte zu einer Umkehrkurve an. Kurz danach zerschellte das Kampfflugzeug am Lopper. Beide Besatzungsmitglieder waren sofort tot. Das zweite Flugzeug landete sicher in Meiringen.

Mit aufwändigen technischen, fliegerischen und medizinischen Untersuchungen habe der Unfallflug lückenlos bis zum Aufprall rekonstruiert werden können, so die Schweizer Luftwaffe. Die Untersuchungsergebnisse ließen nur einen Schluss zu: Der Pilot habe im kritischen Moment unter zunehmendem Druck die Lage falsch eingeschätzt. Er habe den Raum für ein Wendemanöver zu grosszügig beurteilt und mit der Einleitung der Umkehrkurve zu lange gewartet. Auch habe er das eingeleitete Manöver nicht mit letzter Konsequenz ausgeführt. In der Folge sei das Flugzeug in eine ausweglose Situation geraten.

Andere Gründe, wie eine technische Störung, gesundheitliche Probleme des Piloten oder Dritteinwirkung könnten als Ursachen für den Absturz ausgeschlossen werden. Der Unfall habe keine strafrechtlichen Konsequenzen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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