25.07.2015
Erschienen in: 01/ 2013 FLUG REVUE

Der Stolz RusslandsStrategische Tupolew-Bomber in Engels

Auf dem russischen Fliegerhorst Engels, rund 900 Kilometer südöstlich von Moskau, ist das schwerste Kampfflugzeug der Welt stationiert: die mächtige Tupolew Tu-160 „Blackjack“. Aber auch das Rückgrat der Fernfliegerkräfte, die Tu-95 „Bear“, ist hier zu finden.

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Der Weg durch ein Wohngebiet endet auf einem Parkplatz. Die Gegend mutet wie der Hinterhof in einem kleinen Industriegebiet an. Nur das weit entfernte Grollen von Turboprop-Motoren mit gegenläufigen Luftschrauben, wie man es nur in Russland hören kann, deutet auf die wahre Bestimmung dieses Ortes hin. Ein unauffälliges Tor ohne Beschriftung versperrt zunächst die Weiterfahrt. Nach einer strengen Kontrolle geht es auf einer langen Straße weiter in Russlands Allerheiligstes. In der Ferne ist schon die dreieinhalb Kilometer lange Startbahn zu erkennen, und bald darauf taucht auf der ebenso langen Vorstartlinie der Stolz der russischen Fernfliegerkräfte (Dalnjaja Aviazija, abgekürzt DA) auf. Hier sind nämlich die strategischen Bomber des Landes einschließlich ihrer nuklearen Waffen stationiert. In einer langen Reihe glänzen die Tupolew Tu-95 „Bear“ unter der Sonne, und daneben warten mehrere Tu-160 „Blackjack“ auf den nächsten Einsatz. Schließlich ist Engels die Heimat der 6950. Luftbasis, hervorgegangen aus der Vereinigung des 121. Schweren Bomberregiments (Tjasholi Bombardirowochni Aviapolt, TBAP), das dieTu-160 flog, mit  dem 184. TBAP und ihren Tu-95MS.

Mittlerweile sind das einmalige Triebwerksgeräusch der viermotorigen „Bear“ und die gelben Abgaswolken der Tu-160 wieder fast zum Alltag geworden in der Gegend um die Großstadt Saratow an der Wolga, rund 900 Kilometer südöstlich von Moskau. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mussten die Bomber lange Zeit am Boden bleiben. Erst vor einigen Jahren begannen wieder regelmäßige Übungsflüge, darunter ein fast 24 Stunden dauernder Einsatz zweier Tu-160, die dabei insgesamt 18000 Kilometer zurücklegten. Außerdem be-suchten zwei „Blackjacks“ im September 2008 Venezuela, und selbst der russische Präsident Wladimir Putin ließ es sich nicht nehmen, bei einer Mission im Cockpit zu sitzen.


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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