25.02.2015
FLUG REVUE

Unerlaubte Drohnenflüge über ParisFranzosen testen Drohnen-Abfangdrohnen

Die französischen Behörden testen Klein-Drohnen, die andere Klein-Drohnen abfangen können, nachdem es in den vergangenen Tagen immer wieder zu unerlaubten Drohnenflügen über der Innenstadt von Paris gekommen war.

Drohne_Malou_Tech_MP200

Die ferngesteuerte Drohne MP200 soll mit einem Netz unerlaubt fliegende Fremddrohnen einfangen. Foto und Copyright: Malou Tech  

 

Das französische Unternehmen M.A.L.O.U. Tech ("Mission Aérienne Légère à Organisation Unique") aus Vitry sur Seine hat für Abfangaufgaben zwei Drohnenmuster entwickelt:

Das von sechs Rotoren in der Luft gehaltene Drohnenmodell MP200 soll mit Hilfe eines mitgeführten Netzes die abzufangende Fremdrohne "einfangen" und damit unschädlich machen. Außerdem wird der Eindringling "beschlagnahmt" und liegt als Beweismittel vor.

Dagegen ist ein zweites "Kamikaze"-Drohnenmodell des Unternehmens darauf ausgelegt, Eindringlinge zu verfolgen, zu rammen und zum Absturz zu bringen. Die Drohne kann automatisch starten und landen und mit Hilfe eines eingebauten GPS-Empfängers vorgegebene Wegpunkte aufsuchen. Im Flug überträgt die Drohne ein Video-Bild an den Operator am Boden. Dabei kann sie auf ein Ziel visuell aufgeschaltet werden, das sie anschließend automatisch verfolgt und rammt. Die maximale Einsatzdauer liegt bei 40 Minuten, die Höchstgeschwindigkeit bei bis zu 80 km/h.

Nach Angaben von M.A.L.O.U. Tech ist eine Zertifizierung nach FAA-Standards vorgesehen. Eine allgemeine, französische Zulassung durch die Luftfahrtbehörde DGAC sei nicht vorgesehen, könne auf Kundenwunsch aber jeweils individuell durch den Hersteller unterstützt werden. Optional werde die "Kamikaze"-Drohne auch mit einem Fallschirm ausgestattet.

Am 9. Februar wurden die Drohnen in La Queue-en-Brie, östlich von Paris, erstmals öffentlich vorgeführt. Der Preis der Drohnen soll, inklusive Personalschulung, bei etwa 10.000 Euro liegen. Die französischen Behörden registrieren seit Wochen auffällige, unerlaubte Drohnenflüge entlang wichtiger Objekte, darunter Atomkraftwerke, Botschaften und Regierungsgebäude, die nicht mit herkömmlichen Methoden, wie bemannten Hubschraubern, gestoppt werden konnten.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Taktisches Luftwaffengeschwader 33 Deutsche Tornados üben in Südafrika

21.03.2017 - Vier Tornados der Luftwaffe aus Büchel haben für die Übung „Two Oceans“ auf die Overberg Air Base verlegt. … weiter

US-Kampfhubschrauber Boeing liefert 268 AH-64E Apache

20.03.2017 - Boeing hat vom Pentagon einen neuen Fünfjahresvertrag für die Lieferung von insgesamt 268 AH-64E Apache erhalten. 24 davon gehen in den Export. … weiter

Kampfhubschrauberregiment 36 Tiger-Verlegung nach Mali hat begonnen

16.03.2017 - Mit dem Straßentransport von Fritzlar nah Leipzig hat die Verlegung von vier Kampfhubschraubern des Heeres für den UN-Einsatz MINUSMA begonnen. … weiter

Marineflieger P-3C Orion zurück bei „Atalanta“

16.03.2017 - Die Deutsche Marine stellt der EU-Operation „Atalanta“ zum wiederholten Mal einen Seefernaufklärer zur Verfügung. … weiter

Neuentwicklung IAI Mini-Sensoren für unbemannte Fluggeräte

15.03.2017 - Israel Aerospace Industries hat mit MicroPOP und NanoPOP zwei neue optische Sensorsysteme für kleine UAVs entwickelt. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 04/2017

FLUG REVUE
04/2017
06.03.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


"Neue" MiG-35 vorgestellt
Probleme beim BER
Iran Air erhält Airbus
Wirbelschleppen - die gefährliche Schönheit
SpaceShipTwo wieder im Flugtest
Bombardie-Flaggschiff Global 7000

aerokurier iPad-App