25.04.2015
Erschienen in: 08/ 2013 FLUG REVUE

RückblickTrägertests mit der Northrop Grumman X-47B

Einen Katapultstart und Durchstartmanöver hat die X-47B schon geschafft, jetzt fehlt für den unbemannten Testträger nur noch die finale Prüfung: eine Landung auf einem Flugzeugträger. Für die US Navy sind die Versuchsergebnisse Basis für das UCLASS-Projekt.

Die wohl schwierigste Aufgabe für einen Jetpiloten ist die Landung auf einem Flugzeugträger, besonders bei ungünstigen Wetterbedingungen oder in der Nacht. Für ein unbemanntes Fluggerät ist es nicht anders: Statt auf einer langen und breiten Landebahn aufzusetzen, muss es mit hoher Präzision ein sich ständig bewegendes Objekt anpeilen, um mit dem Haken die über das Deck gespannten Fangseile zu treffen. Northrop Grumman ist mit seiner X-47B kurz davor, dieses Ziel zu erreichen. Wenn ein Träger der US Navy verfügbar ist, sollten die Landungen „im Juli oder August“ durchgeführt werden, versicherte Programm-Manager Jaime Engdahl bei einem Pressegespräch Mitte Mai. „Wir müssen in Patuxent River nur noch einige Testpunkte für die Qualifikation durch Navair abarbeiten, bei denen wir natürlich sehr viel härtere Bedingungen setzen, als sie auf dem Träger zu erwarten sind.“

Grundlegende Schwierigkeiten erwartete Engdahl nicht, denn gerade in den letzten Wochen haben die beiden X-47B exzellente Resultate geliefert und sich genau so verhalten, wie es die sehr umfangreichen Simulationen erwarten ließen. Das Air Vehicle Nummer 2 (AV-2) schrieb dabei am 14. Mai Geschichte: Erstmals gelang nämlich mit einem UAV (Unmanned Air Vehicle) ein Katapultstart von einem großen Flugzeugträger der US Navy. Um 11:18 Uhr hob „Salty Dog“ vor der Küste von Virginia von der USS „George H.W. Bush“ ab. Bei einem konservativen Versuchsszenario mit einer Masse von 18 600 Kilogramm betrug die Abfluggeschwindigkeit 316 km/h.

Nach dem Start stieg die X-47B auf 305 Meter, drehte noch einige „Platzrunden“ und führte zwei niedrige Überflüge durch, um das Verhalten in der Wirbelschleppe des (allerdings relativ langsam fahrenden) Flugzeugträgers zu prüfen. Der Nurflügler zeigte dabei keine Wackler, wie auch die an Bord befindlichen Journalisten vermerkten. Danach kehrte das AV-2 nach Patuxent River zurück.

Die positiven Ergebnisse gaben dem Testteam Sicherheit für den aus Engdahls Sicht vielleicht sogar schwierigsten Teil der Versuche. Am 17. Mai flog AV-2 wieder zur „Bush“, um Durchstartmanöver durchzuführen. Dabei musste das Fluggerät völlig autonom aufsetzen, ein Stück auf dem Deck rollen und wieder abheben. „Hier zeigen sich besonders die Fähigkeiten des Steuersystems und der Integration in die Trägerumgebung besonders, die die Schlüsseltechnologie des Programms sind,“ so Engdahl.

Für die autonome Trägerlandung erhält die X-47B über einen schnellen Datenfunk (Tactical Targeting Network Technology) mehrere Male pro Sekunde die GPS-Position des Schiffs übermittelt.


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