21.11.2013
FLUG REVUE

15 Jahre ISSVon der Baustelle zum Forschungslabor

Die Bilder, die von der Internationalen Raumstation die Erde erreichen, sind immer ein Hingucker. Das sah vor 15 Jahren noch anders aus: Damals, am 20. November 1998, startete das erste Bauteil für die ISS ins All.

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Vor 15 Jahren begann der Aufbau der Internationalen Raumstation. © NASA  

 

15 Jahre Internationale Raumstation ISS. Copyright: NASA

Die himmlische Baustelle nahm ihren Anfang mit Sarja, einem Fracht- und Kontrollmodul. Heute leben und arbeiten sechs Astronauten an 365 Tagen im Jahr in dem fliegenden Forschungslabor. Das größte künstliche Objekt im Erdorbit, das mittlerweile den Abmessungen eines Fußballfeldes entspricht, hat klein angefangen: Gerade einmal 12,6 Meter lang, mit einen Durchmesser von 4,1 Metern und einem Gewicht von 19.323 Kilogramm war Sarja, das eigentlich für die Nachfolgestation der russischen MIR verwendet werden sollte. Doch mit der Entscheidung für eine internationale Raumstation wurde daraus das erste Puzzleteil für die ISS, die gemeinsam von USA, Russland, Japan, Kanada und der europäischen Weltraumorganisation ESA aufgebaut werden sollte. Bereits kurze Zeit später, am 4. Dezember 1998, folgte der Verbindungsknoten Unity - nunmehr bestand die ISS zumindest schon aus zwei Bauteilen.

Die erste Wohngemeinschaft der ISS zog knapp zwei Jahre später, am 2. November 2000, in die Raumstation ein. Die Forschung in rund 400 Kilometern Höhe bei permanenter Schwerelosigkeit konnte beginnen. Seit Beginn wurden mehr als 60 deutsche Experimente mit unterschiedlichen Laufzeiten durchgeführt - dazu gehören biologische Experimente zur Strahlenbelastung, Versuche zur Entstehung des Lebens, aus der Medizin zum Herz-Kreislaufsystem, aber auch der Physik oder der Materialphysik.

Mittlerweile ist die Raumstation vom einzelnen Modul zum verzweigten Forschungslabor angewachsen: Dem Frachtmodul und dem Verbindungsknoten Unity folgten Wohn- und Labormodule, Roboterarme wurden installiert, 2008 kam das europäische Forschungsmodul Columbus hinzu. Mehr als 90 russische Raumfahrzeuge dockten an der ISS an, 37-mal flogen Space Shuttles zur ISS, und Transportraumfahrzeuge wie das europäische ATV (Automated Transfer Vehicle) versorgen die Mannschaft in der ISS mit Lebensmitteln, Ausrüstung, Sauerstoff oder auch Treibstoff. Derzeit ist die Arbeit des Außenpostens der Menschheit bis 2020 finanziell gesichert.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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