13.12.2012
FLUG REVUE

50 Jahre Planetenforschung

Vor 50 Jahren gelang es der NASA erstmals, eine Raumsonde in die Nähe der Venus zu bringen und von dort Daten zu erhalten. Trotz technischer Probleme erreichte Mariner 2 das vorgegebene Ziel.

Das Planetenforschungsprogramm der NASA entsprang dem Kampf um die Vorherrschaft im Weltraum zwischen den USA und der UdSSR, nachdem die Russen bereits den ersten Sputnik und den ersten Menschen ins All geschickt hatten. Aufbauend auf den Erfahrungen mit den Ranger-Mondsonden wurden daher relativ einfach ausgestattete Raumflugkörper entwickelt, die zudem noch leicht sein mussten, weil die zur Verfügung stehende Atlas-Trägerrakete nur über eine geringe Nutzlastkapazität verfügte. Insgesamt wogen Mariner 1 und 2 jeweils 202,8 Kilogramm, wovon 18,6 Kilo auf die Experimente kamen.

Der Start von Mariner 1 am 22. Juli 1961 missglückte, während Mariner 2 am 27. August zunächst problemlos auf die Bahn gelangte und auf dem Weg zur Venus den schon lange vermuteten Sonnenwind entdeckte. Wegen eines Tanklecks konnte nur eine Bahnkorrektur durchgeführt werden, und ein Sonnensegel fiel auch noch aus. Dennoch passierte Mariner am 14. Dezember die Venus im Abstand von 34.773 Kilometern und schickte Daten von allen Messinstrumenten zur Erde. Unter anderem wurde die Oberflächentemperatur des Planeten mit 425 Grad Celsius und die Obergrenze der Wolkendecke mit rund 80 Kilometern bestimmt. Kurzzeitig stand bei der NASA die Abkürzung JPL* für "Just Plenty of Luck" (einfach eine Menge Glück), doch die USA hatten diesen Wettlauf gewonnen.

*JPL - Jet Propulsion Laboratory, der Hersteller der Sonde.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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