02.06.2010
FLUG REVUE

DLR Virtuelle Reise zum Mars520 Tage unterwegs auf virtueller Marsmission

Am 3. Juni 2010 beginnt für sechs "Astronauten" eine virtuelle Reise zum Mars. 520 Tage erleben sie nach Angaben des DLR auf engstem Raum in einem fest verschlossenen Container im Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) Strapazen und Isolation eines Langzeitfluges.

Damit startet der Hauptteil des Mars 500-Experimentes und das längste jemals durchgeführte Weltraum-Simulationsexperiment. Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und anderen deutschen Forschungseinrichtungen wie der Berliner Charité sowie Universitäten aus Erlangen, München, Mainz, Bonn und Köln sind wieder mit an "Bord".

Wenn sich die Luke am 3. Juni schließt, begibt sich die sechsköpfigte Crew mit Männern aus Russland, Europa und China auf eine simulierte 520-Tage-Reise zum Roten Planeten.

Für den virtuellen Hinflug benötigen sie 250 Tage, 30 Tage sind für den "Aufenthalt" auf dem Mars eingeplant, danach tritt die Crew einen 240-tägigen Rückflug zur Erde an.

Das Experiment findet, wie bereits die 105-Tage-Studie im Jahr 2009, in einer speziellen Versuchsanlage des IMBP in Moskau statt. Mit Ausnahme von Schwerelosigkeit und Strahlung werden die Bedingungen im All möglichst real simuliert.

Die Crew erlebt nach Angaben des DLR Isolation, Verpflegung und Notfälle wie bei einer realen Langzeitmission. Während der 520 Tage sind rund 100 Versuche in den Bereichen Psychologie und Psychophysiologie, klinischer Diagnostik, Physiologie und Mikrobiologie geplant.

Ob auf dem Weg zum Mars oder zu einem anderen Planeten, während einer Langzeitmission wird von der Crew eine hohes Maß an Autonomie gefordert. Ohne Hilfe von außen müssen die Männer die technischen Systeme warten und instand halten. Von besonderem Interesse für die Wissenschaftler sind die Auswirkungen der Isolation auf die psychische und physiologische Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Crew.

Deutsche Wissenschaftler untersuchen bei dieser Langzeitmission die Gruppendynamik und psychophysiologische Leitungsfähigkeit der Crew. Sie untersuchen auch wie sich Astronauten im Krankheits- oder Notfall versorgen können. Eine weitere Forschergruppe untersucht, wie sich Mikrobiologie und Gesundheit einer Crew in geschlossenen Systemen entwickelt.

Weiterhin beobachten deutsche Wissenschaftler den Salz- und Flüssigkeitshaushalt, die Blutdruckregulation und den Knochenstoffwechsel der Crew. Zur Untersuchung ernährungsphysiologischer Fragen liefern acht deutsche Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Universität Erlangen ausgewählte Produkte zur Versorgung der Mannschaft.

Versuche deutscher Wissenschaftler bei Mars500

DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin Hamburg, Dr. Bernd Johannes: Gruppendynamische Prozesse sowie Computerbasiertes Training komplexer Steuerungsaufgaben

DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, Köln, Dr. Petra Rettberg: Mikrobiologie und Gesundheit in geschlossenen Systemen

DLR-Institut für Luft und Raumfahrtmedizin und Universität Bonn, Dr. Natalie Bäcker: Knochenstoffwechsel

DLR-Institut für Luft und Raumfahrtmedizin, Köln, Dr. Luis E.J. Beck: Blutdruckregulation

Uni Erlangen, Prof. Jens Titze: Langzeit-Salz- und Flüssigkeitshaushalt

Zentrum für Weltraummedizin Charité, Berlin, Prof. Hanns-Christian Gunga: Zirkadiane Rhythmen des Menschen bei Langzeitisolation

Zentrum für Weltraummedizin Charité, Berlin, Dr. Ulf Gast: Körperliche Fitness durch Vibrationstraining

Ludwig-Maximilian-Universität München, Prof. Alexander Choukér: Psychophysiologische Leistungsfähigkeit

Deutsche Sporthochschule Köln, Dr. Stefan Schneider: Psychophysiologische Leistungsfähigkeit

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Wolf Mann:Autonome notfallmedizinische Patientenversorgung




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