29.01.2013
FLUG REVUE

Abendstern mit Ionenschweif

Die Hülle aus Elektronen und Ionen, welche die Venus in 150 bis 300 Kilometern Höhe umgibt, kann sich in Ausnahmefällen an ihrer sonnenabgewandten Seite schweifartig ins Weltall ausdehnen.

Zu dieser seltenen Verformung kommt es, wenn der Sonnenwind, der Strom geladener Teilchen von der Sonne, nahezu abbricht. Wissenschaftler unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) konnten ein solches Ereignis mit Hilfe der Instrumente an Bord der ESA-Raumsonde Venus Express erstmals genau untersuchen und nun auswerten. Die Ergebnisse könnten helfen zu verstehen, ob im Sonnensystem Teilchen von einem Planeten zu einem anderen „wandern“ können – etwa von der Venus zur benachbarten Erde.

Die Beobachtungen zeigten, dass bei fehlendem Sonnenwind die Ionosphäre der Venus nicht magnetisiert wird. Unter normalen Bedingungen binden diese induzierten Magnetfelder die geladenen Teilchen der Ionosphäre in Planetennähe. Bei schwachem Sonnenwind hingegen kann sich die Ionosphäre in der Übergangsregion zwischen Tag- und Nachtseite ausdehnen.

Ob sich die Ionosphäre der Venus auf diese Weise prinzipiell sogar bis zur Erde ausdehnen könnte, ist unklar. 1996 konnten MPS-Forscher Venusplasma in Erdnähe nachweisen. Dafür werteten sie Messdaten der Raumsonde SOHO aus, die im Gleichtakt mit der Erde um die Sonne kreist. Möglicherweise bietet der Mechanismus, den die Wissenschaftler vom MPS nun beschreiben, eine Erklärung für solche Ereignisse.

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