04.12.2014
FLUG REVUE

Neues Gemeinschaftsunternehmen für TrägerraketenAirbus Safran Launchers entwickelt Ariane 6

Die Airbus Group und Safran bündeln ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Raumfahrt-Trägersysteme in einem Joint Venture. Das neue Gemeinschaftsunternehmen trägt den Namen Airbus Safran Launchers und nimmt am 1. Januar 2015 die Arbeit auf.

ariane 6

Die Ariane 6 soll von Airbus Safran Launchers entwickelt und produziert werden. Foto und Copyright: ESA  

 

Airbus Safran Launchers betreut unter anderem weiter das Ariane-5-Trägersystem, will aber auch die neue Ariane 6 entwickeln und produzieren. Die Zustimmung dazu erfolgte am 2. Dezember auf der Ministerratskonferenz der Europäischen Weltraumorganisation ESA, und galt als entscheidend für die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens. Das Angebot von Airbus Safran Launchers hängt allerdings von einer Grundsatzeinigung darüber ab, ob die von der französischen Raumfahrtbehörde CNES gehaltenen Arianespace-Anteile an das Joint Venture übertragen werden. „Mit diesem Joint Venture hat die Industrie sowohl ein starkes Bekenntnis abgegeben sowie eine Führungsrolle eingenommen, um Europas autonomen Zugang zum All weiter zu gewährleisten. Die gestrige ESA-Ministerratskonferenz wird als diejenige in die Geschichte eingehen, bei der über eine neue Familie von Ariane-Trägerraketen für die kommenden Jahrzehnte entschieden und ein neues Kapitel in der europäischen Raumfahrtpolitik aufgeschlagen wurde. Wenn wir der internationalen Konkurrenz erfolgreich begegnen und gleichzeitig verhindern wollen, dass der europäische Raumfahrtsektor ins Hintertreffen gerät, muss aber sehr viel mehr getan werden. Wir hoffen daher, dass diese ESA-Ministerratskonferenz als Katalysator für wichtige Veränderungen in der Arbeitsweise institutioneller Raumfahrtbehörden und ihrer Kooperation mit der Industrie dienen wird“, erklärte Tom Enders, Chief Executive Officer der Airbus Group.

Das Joint Venture verfügt über zunächst 450 Mitarbeiter und wird in Issy les Moulineaux bei Paris beheimatet sein. Eine erste Ankündigung der Zusammenlegung der Raumfahrtaktivitäten von Airbus und Safran war bereits im Juni 2014 erfolgt. Die beiden Unternehmen wollen auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Trägerraketengeschäfts angesichts einer immer stärker werdenden internationalen Konkurrenz stärken. Da laut Aussage von Airbus Safran Launchers die meisten der für die Transaktion nötigen Genehmigungen durch die Wettbewerbsbehörden und Arianespace eingeholt sowie die entsprechenden Konsultationen mit den Betriebsräten von Airbus Group und Safran abgeschlossen wurden soll die Transaktion voraussichtlich am 31. Dezember nach Erfüllung der abschließenden Formalitäten vollzogen werden.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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