08.12.2010
FLUG REVUE

Akatsuki mit Problemen an der Venus

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA gab heute morgen bekannt, dass das erste Bahnänderungsmanöver der Raumsonde Akatsuki, mit der sie eine elliptische Flugbahn um den Zielplaneten Venus einschlagen sollte, fehlgeschlagen ist. Das Instuitute of Space and Aeronautical Science prüft derzeit die möglichen Ursachen für den Fehler.

Die dreiachsenstabilisierte, 480 Kilogramm schwere Raumsonde, auch als Venus Climate Orbiter bezeichnet, war am 21. Mai 2010 vom Tanegashima Space Center aus gestartet worden. Die Missionsziele der Sonde bestanden in der Untersuchung der Venusatmosphäre, wofür sich fünf Kameras für unterschiedliche Wellenbereiche an Bord befinden. Dafür sollte eine stark elliptische Umlaufbahn eingeschlagen werden, deren planetennächster Punkt bei 300 Kilometern vorgesehen war.

Wahrscheinlich reichte die Energie der Abbremsung mittels des bordeigenen Triebwerks nicht aus, eine Bahnänderung der Sonde zu erzwingen. Gegenwärtig entfernt sie sich bereits wieder von der Venus und wird in eine Umlaufbahn um die Sonne eintreten. Allerdings besteht noch eine geringe Chance: In sechs Jahren nähert sie sich wieder der Venus. Sollte sie dann noch funktionsfähig sein, könnte sie einen zweiten Versuch wagen, sich dem Planeten zu nähern.

Akatsuki (Morgendämmerung) ist die dritte Sonde der japanischen Planet-Serie. Ihre Vorgänger waren Planet A (Suisei - Komet), die 1986 den Halleyschen Kometen erforschte, und Planet B (Nozomi - Hoffnung), welche 1998 zum Mars geschickt wurde. Auch diese Mission war nicht von Erfolg gekrönt, weil die Sonde wegen eines Triebwerksschadens den Mars nur über Umwege erreichte, dort aber nicht in den Orbit einschwenkte, weil inzwischen der Bordcomputer ausgefallen war.

Beim Start von Akatsuki befanden sich in der Nutzlastspitze der Trägerrakete H-IIA weitere fünf Kleinsatelliten, die nach und nach auf niedrigen Erdumlaufbahnen ausgesetzt wurden. Dabei handelte es sich um
- den Sonnensegel-Demonstrator IKAROS der JAXA,
- UNITEC-1, einen Technologiesatelliten des University Space Engineering Consortiums,
- Waseda-Sat2, einen Kamerasatelliten der Waseda-Universität,
- KSAT, einen Technologiesatelliten der Universität Kagoshima, und
- Negai, einen Technologiedemonstrator der Soka University.




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