30.05.2014
FLUG REVUE

Deutscher Astronaut auf der ISS eingetroffenAlexander Gerst nimmt Arbeit im All auf

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist am Donnerstag auf der Raumstation ISS eingetroffen. Bis zu seiner Rückkehr auf die Erde am 10. November soll er an rund 100 Experimenten im All mitarbeiten.

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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, Zweiter von rechts, ist auf der Raumstation ISS eingetroffen. Foto und Copyright: DLR  

 

Alexander Gerst und seine Teamkollegen, der russische Kosmonaut Maxim Surajew und der amerikanische Astronaut Reid Wiseman, sind am 28. Mai 2014 um 21:57 Uhr MEZ (01:57 Uhr Ortszeit) vomrussischen Raumfahrtstartgelände Baikonur in Kasachstan ins All gestartet und nach sechs Stunden an der ISS eingetroffen. Noch in der Nacht, um 03:44 Uhr MEZ, hat die Sojus-Kapsel mit der Crew an die Raumstation angedockt. Um 05:52 Uhr ist die Luke zur ISS geöffnet worden, so dass die Raumfahrer umsteigen konnten. Gersts Mission nennt sich „Blue Dot“.

Alexander Gerst hat rund 6000 Stunden für seine Mission trainiert und sich in Houston, Moskau, Tokio und Köln auf das Leben und Arbeiten in der ISS vorbereitet. Während seiner Zeit im All wird er rund 100 Experimente durchführen. 25 davon finden unter Führung deutscher Projektwissenschaftler oder mit nationaler Industriebeteiligung statt. Dazu gehören Experimente des DLR, wie DOSIS-3D zur Charakterisierung der Weltraumstrahlung oder materialwissenschaftliche Experimente im Elektromagnetischen Levitator EML, aber auch solche von Forschungseinrichtungen wie der Charité Berlin, der Deutschen Sporthochschule oder dem Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik sowie von Unternehmen wie Airbus werden auf dem täglichen Stundenplan des 38-jährigen Astronauten stehen.

Neben seiner Arbeit als "verlängerter Arm" der Wissenschaftler auf der Erde wird Gerst in dem sechsköpfigen Team in der ISS als Bordingenieur für Wartungs- und Reparaturarbeiten in und an der Raumstation eingesetzt. Er unterstützt die Crew aber auch als "Medical Officer" bei gesundheitlichen Problemen und steht dann mit dem Ärzteteam am Boden in Kontakt. Dafür erhielt er eine medizinische Ausbildung, so dass er Wunden nähen oder auch Zahnfüllungen ersetzen kann. Auch bei der Ankunft verschiedener Transportraumschiffe wird der deutsche ESA-Astronaut im Einsatz sein: So wird im Juni der Transporter Cygnus des Unternehmens Orbital Sciences an der ISS andocken. Im Juli und September schließlich wird das Unternehmen SpaceX jeweils einen Dragon-Transporter mit Fracht an Bord zur Raumstation schicken. Gerst hat dafür das Greifen und Einfangen mit dem an der Außenseite angebrachten Roboterarm trainiert. Im Juli wird zudem der europäische Raumtransporter ATV (Automated Transfer Vehicle) "Georges Lemaître" automatisch an der ISS anlegen - der deutsche Astronaut wird diesen Vorgang überwachen und im Notfall eingreifen. Vorgesehen sind auch Ausstiege aus der ISS, bei denen die Astronauten im mehrstündigen Einsatz Reparaturen und Installationen an der Außenseite der Raumstation durchführen.

Sechs Arbeitstage pro Woche sind im Minutentakt verplant. Dazu kommen noch ein sportliches Pflichtprogramm, freiwillige Experimente in der Freizeit, Videokonferenzen und Telefongespräche mit den Kontrollzentren, Familienmitgliedern und Freunden - und auch Reinigungsarbeiten in der Raumstation. 166 Tage wird Alexander Gerst im All verbringen, bevor er am 10. November 2014 wieder in einer Sojus-Kapsel zur Erde zurückkehren wird.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke/MG


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