11.08.2014
FLUG REVUE

Test eines WeltraumnetzwerksAlexander Gerst steuert ESA-Rover aus der ISS

Mit Blick auf unseren Planeten aus dem All steuerte ESA-Astronaut Alexander Gerst den autogroßen ESA-Rover Eurobot durch eine Reihe von komplexen Manövern am Boden. Damit wurde die Arbeitsweise eines neuen Weltraumnetzwerks unter Beweis gestellt.

Gerst ESA-Rover Test August 2014

Der Eurobot-Rover wurde aus der ISS über das fehlertolerante Meteron-Netzwerk gesteuert (Foto: ESA).  

 

Während der 90-minütigen Liveverbindung mit der ISS – die in 400 Kilometern Höhe und mit 28000 km/h im Orbit um die Erde raste – steuerte Gerst den ESA-Rover über einen speziellen Controller-Laptop, der es ihm mittels Video- und Datenfeedback ermöglichte, Befehle an den Rover zu senden.

Eurobot bewegte sich im Kriechtempo über das Testgelände im ESA-Technikzentrum ESTEC, im niederländischen Noordwijk, während die Bodenkontrolle vom ESOC aus erfolgte und das störungstolerante Netzwerk über das USOC (Station User Support and Operations Centre) in Brüssel und die NASA geleitet wurde.

Die Verbindung wurde durch ein neu entwickeltes Netzwerk ermöglicht, das Befehle speichert, sobald durch Verlust des Sichtkontakts mit der Erde Signale unterbrochen werden, und sie weiterleitet, sobald der Kontakt wieder hergestellt ist.

Der Testlauf war der zweite in einer Reihe von Experimenten im Rahmen des Meteron-Projekts. In dem vorherigen Experiment steuerte NASA-Astronautin Sunita Williams im Jahr 2012 mit einer ersten Netzwerkversion einen Modellrover im Europäischen Satellitenkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt.

In Zukunft wird man für die Steuerung von Robotern auf dem Mars oder dem Mond eine Art „Weltrauminternet“ benötigen, um Telekommandos zu übermitteln und Daten zu empfangen. Damit eine Verbindung zwischen Astronauten oder Rovern auf dem Mars und dem Missionskontrollteam am Boden gewährleistet ist, muss ein derartiges Netzwerk auch für Signalverzögerungen über riesige Distanzen gerüstet sein.



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