19.09.2011
FLUG REVUE

Alexander Gerst wird 2014 zur ISS fliegen

Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst ist am 18. September 2011 für seine erste Mission zur Internationalen Raumstation ISS nominiert worden. Gerst soll im Dezember 2014 für eine Langzeitmission zum größten Außenposten der Menschheit im All aufbrechen.

Der Geophysiker Alexander Gerst ist damit nach Thomas Reiter der erste Deutsche, der als ESA-Astronaut mehrere Monate lang auf der ISS leben und arbeiten wird. "Es ist für mich eine große Ehre, dass mir diese Gelegenheit zuteil wird. Diese Mission wird eine positive Herausforderung nicht nur für mich, sondern für all die engagierten Mitarbeiter der ESA und der nationalen Raumfahrtbehörden, die mit ihrer Faszination und Hingabe die Raumfahrt überhaupt erst möglich machen", freut sich der 35-Jährige. Er wird als Flugingenieur die ISS-Expeditionen 40 und 41 begleiten und soll, nach aktuellen Planungen, am ersten Weihnachtstag 2014 mit einem russischen Sojus-Raumschiff in den Orbit aufbrechen. Für April 2015 ist seine Rückkehr zur Erde geplant.

Alexander Gerst tritt in die Fußstapfen der deutschen Astronauten Thomas Reiter und Hans Schlegel, die 2006 und 2008 im Auftrag der ESA zur Internationalen Raumstation geflogen sind. "Die Berufung von Alexander Gerst ist die Fortsetzung der erfolgreichen bemannten Raumfahrt in Deutschland. Ich danke der europäischen Weltraumorganisation ESA für das Vertrauen", sagte der DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Johann-Dietrich Wörner anlässlich der Ernennung von Gerst. "Seit dem Flug von Sigmund Jähn im Jahr 1978 waren weitere neun Deutsche im All. Zudem hat sich Deutschland mit dem Bau und dem erfolgreichen Betrieb der Raumlabore Spacelab und Columbus einen festen Platz in der Reihe der Nationen gesichert, die bemannte Raumfahrt betreiben", ergänzte Wörner.

Alexander Gerst hat bereits mit seinem Missions-Training begonnen und wird seine Ausbildung im Johnson Space Center der US-Weltraumbehörde NASA nach Houston (Texas) fortsetzen. Gerst gehört dem Europäischen Astronautenkorps seit September 2009 an und wurde am 22. November 2010 nach Abschluss der Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln offiziell zum Astronauten ernannt. Er ist das zweite Mitglied der jüngsten ESA-Astronautenklasse, das nach dem Italiener Luca Parmitano für eine ISS-Mission nominiert worden ist. Weitere Crew-Mitglieder der ISS-Expedition 40 sollen die NASA-Astronauten Steven Swanson und Gregory Wiseman sowie die russischen Kosmonauten Alexander Skworzow, Oleg Artjomjew und Fjodor Jurtschichin sein

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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