20.07.2014
FLUG REVUE

Ein großer Schritt für die MenschheitApollo 11: Vor 45 Jahren betraten erstmals Menschen den Mond

Vor 45 Jahren landeten erstmals Menschen auf dem Mond, was dazu führte, dass die USA die Führungsrolle in der Weltraumforschung übernahmen. Kaum zu glauben, dass eine Hälfte der heutigen Menschheit damals noch gar nicht geboren war.

„Jesus Christ, komm runter!“, schrie der Leitende Flugdirektor Gene Kranz und trommelte ohnmächtig auf sein Steuerpult. Um 19:56 Uhr an jenem 20 Juli setzte zum ersten Mal die Funkverbindung zur Mondlandefähre aus, und das, als gerade das Bremsmanöver zur Landung auf dem Mond begann. In den folgenden zehn Minuten passierte das noch zweimal, und die Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin mussten auch noch Fehlersuche betreiben.

Indessen meldete der Kursrechner eine Abweichung von 23 Kilometern vom vorgesehenen Landepunkt, während das Radar 900 Meter weniger Höhe anzeigte als der Bordrechner. Aldrin gab die Daten direkt in den Computer ein, doch der reagierte mit Programmalarm und streikte. Der Warnton in der engen Kabine gellte entnervend, bis die Bodenstation über due glücklicherweise wieder hergestellte Funkverbindung die Steuerung selbst in die Hand nahm. Aldrin las die Werte laut ab und Armstrong steuerte – mit etwas mehr als einer Sekunde Verzögerung zum tatsächlichen Geschehene, denn Houston war fast 400.000 Kilometer entfernt.

Der Rechner zeigte nunmehr eine Erschöpfung der Speicherkapazität an und gab auf. Währenddessen sank der Mondlander wie vorgesehen, aber mit zu hoher Vorwärtsgeschwindigkeit, und niemand wusste, woran das lag. Vor den Kabinenfenstern raste ein Geröllfeld vorbei, kein geeigneter Landeplatz wahrlich, doch der anschließende Krater, 25 Meter in Durchmesser und sieben Meter tief, war es noch weniger. Erneut ein Warnsignal: Jetzt reichte der Treibstoffvorrat nur noch für 60 Sekunden!

Die Endphase der Landung gestaltete sich zu einem Wettlauf gegen die Uhr. Nun verschwand der „Eagle“ auch noch in einer riesigen Staubwolke, aufgewirbelt vom Bremstriebwerk. Armstrong schwenkte die Fähre, um freie Sicht zu bekommen. Im Kontrollzentrum schrie Gene Kranz erneut auf, denn jetzt schluckte das Triebwerk schon die Treibstoffreserve, die eigentlich unter keinen Umständen angegriffen werden durfte. Um 20:17 Uhr endlich berührten die Fühler den Mondboden und stellten das Triebwerk ab. „Eagle“ plumpste auf den Mond, mit einem kümmerlichen Treibstoffrest in den Tanks, der nur noch um ein Prozent über jenem Wert lag, bei dem die Düse zu stottern begonnen hätte, egal: Die USA hatten den Wettlauf zum Mond gewonnen!

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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