26.07.2013
FLUG REVUE

Ariane VA214: Erfolg mit zwei Satelliten an Bord

Gestern, um 16.54 Uhr Ortszeit, hob am Europäischen Raumfahrtstartzentrum Kourou in Französisch Guayana eine Trägerrakete Ariane 5 zur Mission VA214 ab. Das war der 214. Start einer Ariane-Rakete insgesamt, der 70. einer Schwerlastrakete Ariane 5 und der dritte Flug eines solchen Trägers in diesem Jahr.

An Bord befanden sich mit Alphasat der bisher schwerste Telekommunikationssatellit in der Geschichte des Raumtransportunternehmens Arianespace sowie Indiens jüngster Wettersatellit INSAT-3D. Die gesamte Nutzlast hatte eine Masse von 9760 Kilogramm, wovon 8770 Kilo auf die beiden Raumflugkörper und der Rest auf das Dispensersystem SYLDA entfielen. Nach 33-minütigem Flug hatte die Rakete ihren 56. erfolgreichen Auftrag in Folge erfüllt. Dieser Start ermöglichte einen ausgezeichneten Blick auf die Flugbahn des Trägers, der nach dem senkrechten Aufstieg in Richtung Osten schwenkte. Selbst das Abtrennen der Booster in 67 Kilometern Höhe war noch mit bloßen Augen zu erkennen.

Knapp 28 Minuten nach dem Abheben wurde Alphasat ausgesetzt, der mit einem neuartigen L-Band-System ausgestattet ist. Damit stellt er Sprach- und Datenübertragungen für Europa, Afrika und den Mittleren Osten sicher. Der Satellit ist das Ergebnis einer Public-Private Partnerschaft zwischen der ESA und Inmarsat und entstand innerhalb des Programms ARTES (Advanced Research in Telecommunications Systems) der Europäischen Raumfahrtorganisation. Er basiert auf der neuen Plattform Alphabus, die gemeinsam von Astrium und Thales Alenia Space entwickelt worden war.

Fünf Minuten später gelangte auch INSAT-3D auf seine Bahn, der künftig mittels eines Sechs-Kanal-Bildaufnahmesystems Land- und Wasserflächen des Subkontinents beobachten und damit Daten für verbesserte Wettervorhersagen liefern wird. Zugleich dient er als Schaltstelle für eventuelle Such- und Rettungsaktionen. Der Satellit basiert auf dem Spacebus I-2K, einer Entwicklung der nationalen Raumfahrtorganisation ISRO.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter

Matthias Maurer ESA setzt auf weiteren deutschen Astronauten

02.02.2017 - Das Astronautenkorps der europäischen Raumfahrtagentur ESA erhält Verstärkung: Der Saarländer Matthias Maurer wurde am Donnerstag im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt … weiter

SmallGEO Wieder ein Telekommunikationssatellit aus Deutschland

30.01.2017 - Der Hispasat-Satellit H36W-1 ist am Samstag erfolgreich von Kourou aus gestartet. Es ist der erste Satellit, der auf der in Deutschland entwickelten und gebauten SmallGEO-Plattform basiert. … weiter

Europäisches Satellitennavigationssystem Galileo-Uhren funktionieren nicht korrekt

20.01.2017 - Es gibt Probleme beim europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Bei fünf Satelliten wurden Anomalien bei den Atomuhren an Bord entdeckt. … weiter

Ariane 6 Europas Billig-Rakete

19.12.2016 - Günstiger soll sie werden und dabei so zuverlässig sein wie ihre Vorgängerin: Bei der Ariane 6 versucht Airbus Safran Launchers den Spagat zwischen Kosten und Qualität, um im Trägerraketen-Markt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App