05.02.2014
FLUG REVUE

Kosmischer Vagabund mit gespaltener PersönlichkeitAsteroid Itokawa entstand nach Kollision zweier Felsbrocken

Der Asteroid Itokawa hat ein zweigeteiltes Innenleben: Während der eine Teil des erdnussförmigen Körpers eine vergleichbar hohe Dichte aufweist wie etwa Granit, ist der andere deutlich lockerer aufgebaut, etwa wie dicht gepackter Sand.

Asteroid

Der rote Teil des Asteroiden ist viel dichter als der blaue. © ESO/JAXA  

 

Itokawa war 2005 auch das Ziel der Weltraummission Hayabusa. Copyright: JAXA

Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam, dem auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) angehören. Sie vermuten, dass Itokawa einst aus dem Zusammenstoß zweier getrennter Brocken entstand. Für ihre Studie nutzte das Team unter Leitung der Universität von Kent sowohl Daten der japanischen Raumsonde Hayabusa, die den Asteroiden 2005 besuchte, als auch Beobachtungen mit erdgebundenen Teleskopen wie dem New Technology Telescope der Europäischen Südsternwarte.

Nur wenige Asteroiden in unserem Sonnensystem sind so gut erforscht wie Itokawa, nicht nur, weil der nur knapp 600 Meter lange Körper etwa alle 556 Tage in die Erdumlaufbahn vordringt und zur Gruppe der erdnahen Asteroiden zählt. Itokawa war 2005 auch das Ziel der Weltraummission Hayabusa. Die japanische Sonde konnte ihr Forschungsobjekt genau vermessen und Material von seiner Oberfläche zurück zur Erde bringen. Was unter dieser Oberfläche verborgen ist, blieb jedoch – wie bei allen anderen Asteroiden auch – weitestgehend unbekannt. In der Vergangenheit ließen sich bestenfalls durchschnittliche Dichten bestimmen. Vereinfachend nahm man an, dass diese den gesamten Körper beschreiben.

„In unserer neuen Studie konnten wir nun erstmals Eigenschaften aus dem Inneren eines Asteroiden bestimmen“, so Dr. Colin Snodgrass vom MPS. Dabei offenbarte sich ein Innenleben, das alles andere als einheitlich ist. „Itokawa scheint aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen zu bestehen“, beschreibt der Asteroiden- und Kometenforscher, der auch zur aktuellen ESA-Mission Rosetta zum Kometen Churyumov-Gerasimenko beiträgt, die Ergebnisse. Der eine Teil, der ziemlich genau mit dem kleineren Knubbel des erdnussförmigen, länglichen Körpers zusammenfällt, hat eine Dichte von rund 2850 Kilogramm pro Kubikmeter. Dies entspricht in etwa der Dichte von Granit. Der andere, größere Teil ist ganz anders: Seine Dichte ist mit 1750 Kilogramm pro Kubikmeter vergleichbar mit der von dicht gepacktem Sand. Wie Itokawa zu dieser differenzierten, inneren Struktur kam, ist noch unklar. Die Forscher vermuten, dass der längliche Körper aus dem Zusammenstoß zweier kleinerer Körper entstand. So könnte Itokawa etwa aus einem System aus zwei Asteroiden hervorgegangen sein, die ursprünglich um einander kreisten und das dann kollabierte.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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