29.11.2012
FLUG REVUE

Astrium baut zwei neue Satelliten für die NASA

Astrium wird zwei neue Forschungssatelliten für das Jet Propulsion Laboratory der amerikanischen Weltraumbehörde NASA bauen. Die entsprechende Vereinbarung wurde heute in Friedrichshafen unterzeichnet.

Die Mission Grace-FO (Grace = Gravity Recovery and Climate Experiment, FO = Follow On) wird ab August 2017 für mindestens fünf Jahre die äußerst erfolgreichen Messungen der Grace-Satellitenzwillinge, die seit 17. März 2002 im All sind, fortsetzen. Diese liefern einen wichtigen Beitrag zur globalen Klimaforschung. Aus den zeitlichen Änderungen des Schwerefeldes leiten die Geowissenschaftler neue Erkenntnisse ab über dynamische Vorgänge im Erdinneren, über die Tiefen- und Oberflächenströmungen in den Ozeanen und über die Veränderung der Eisbedeckung an den Polen, auf Grönland und in den Gebirgen. Mit der ursprünglichen Grace-Mission wurde erstmals beobachtet, welche Massen in Form von Wasser, Eis, Wasserdampf in Bewegung sind; sogar Grundwasserpegel lassen sich mit Grace global und langfristig verfolgen.

Die beiden etwa 3 x 2 x 0,8 Meter großen und jeweils rund 580 Kilogramm schweren Grace-FO-Satelliten werden wie ihre Vorgänger die Erde in einem Abstand von 220 Kilometern auf einer polaren Umlaufbahn in ca. 500 Kilometern Höhe umrunden. Die beiden Flugkörper messen ständig und sehr genau den Abstand, den sie zueinander haben. Da dieser Abstand sich unter dem Einfluss der Erdgravitation verändert, lässt sich mit dieser Methode das Schwerefeld unseres Planeten kontinuierlich vermessen.

Die Positionsbestimmung mittels GPS-Empfängern (Global Positioning System) und die präzise Abstandsmessung zwischen den beiden Grace-FO-Satelliten über eine Mikrowellenverbindung („Satellite-to-satellite“) im Bereich weniger Tausendstel Millimeter ermöglichen die außergewöhnlich hohe Genauigkeit der Messergebnisse. Im Unterschied zu der ursprünglichen Grace-Mission werden die neuen Satelliten zusätzlich Abstandmessungen per Laser vornehmen - als Technologieexperiment für künftige Generationen von Gravitationsforschungs-Satelliten. Während der gesamten Missionsdauer von fünf Jahren werden die Messungen alle 30 Tage ein aktualisiertes Modell des Erdgravitationsfeldes liefern. Außerdem erstellt jeder der beiden Satelliten täglich bis zu 200 Profile der Temperaturverteilung und des Wasserdampfgehalts in der Atmosphäre und der Ionosphäre.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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