11.05.2010
FLUG REVUE

Astrium schickt das ATV „Johannes Kepler“ auf die Reise

„Johannes Kepler“, der zweite europäische Raumtransporter für die Internationale Raumstation ISS, ist auf dem Weg zum europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guayana).

Nachdem das ATV (Automated Transfer Vehicle) am Astrium-Standort Bremen in den letzten Monaten ausführlichen Systemtests unterzogen wurde, ist der Weg nun frei für die letzte Etappe, bevor der Raumtransporter zur ISS fliegt. Der Start von „Johannes Kepler“ ist für Ende 2010 vorgesehen.

„Johannes Kepler“ wird in mehreren Teilen zum europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gebracht. Gleichzeitig gehen 59 Seecontainer mit Testausrüstung auf die Reise. Am Weltraumbahnhof Kourou werden schließlich das Raumfahrzeug, das Frachtmodul ICC, die Sonnenkollektoren und das SDM (Distanzmodul zwischen ATV und Ariane) endmontiert. Danach wird das ATV vor Ort nochmals umfangreichen Tests unterzogen, bevor es als Nutzlast in die Nutzlastverkleidung einer Ariane 5 integriert, aufgetankt und angeschlossen wird. „Gemäß unserem Zeitplan werden wir Ende 2010 unsere zweite Mission zur ISS starten“, so Menking weiter. Die weiteren ATV-Transporter sollen im Jahresabstand produziert werden.

Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA ist Astrium für die Entwicklung wie auch die Produktion des ATV verantwortlich. Die Produktion der ATV-Einheiten zwei bis fünf sowie die Missionsvorbereitung und die Betriebsunterstützung sind Bestandteil des so genannten „Exploitation“-Vertrages, der den Betrieb und die Versorgung der europäischen Anteile der Internationalen Raumstation ISS umfasst. Astrium ist im Auftrag der ESA für die Durchführung dieser Aktivitäten verantwortlich.

„Johannes Kepler ist nach der äußerst erfolgreichen Entwicklungseinheit Jules Verne die erste Produktionseinheit. Bisher hat die ESA Astrium mit der Produktion von vier ATV-Einheiten beauftragt – eine Anerkennung der hohen Zuverlässigkeit, die Astrium als Hauptauftragnehmer der ESA für die Entwicklung des ATV und Columbus bewiesen hat. Aufgrund der Verlängerung der Lebenszeit der ISS bis 2020 ergeben sich für Astrium zusätzliche Möglichkeiten sowohl bei der Versorgung als auch beim Betrieb der ISS. So werden bis 2020 zwei weitere ATV zur Versorgung benötigt“, sagte Dr. Michael Menking, Astriums Senior Vice President Orbitale Systeme und Exploration anlässlich der Verschiffung morgen in Bremen.

Die derzeitige Produktionsphase der ATV-Einheiten liege im Zeitplan: Johannes Keppler sei auf dem Weg nach Kourou und das ATV 3 „Edoardo Amaldi“ bereits in Bremen in der Integration, die ATV-4-Integration liefe in Kürze an und für das ATV 5 habe am Standort des Zulieferers die Herstellung der Ausrüstung begonnen, so Menking weiter.

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KS


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