23.11.2009
FLUG REVUE

Atlas V mit Schweizer Struktur gestartet

Schweizer Technologie fliegt nun auch an Bord einer weiteren amerikanischen Trägerrakete mit: Am 20. November 2009 startete erstmals eine Rakete des Typs Atlas V-400 mit einem Interstage Adapter von RUAG Space. Diese in Zürich gebaute Kohlefaserstruktur bildet die Verbindung zwischen der Haupt- und der Oberstufe der Atlas-Rakete. Bei dem erfolgreichen Erststart vom Cape Canaveral in Florida brachte die Trägerrakete den Telekommunikationssatelliten Intelsat 14 ins All.

Atlas V-400

Die Trägerrakete Atlas V-400 kurz vor ihrem Erstflug. © Lockheed Martin  

 

RUAG Space wird künftig durchschnittlich drei Interstage Adapter pro Jahr aus Zürich in die USA liefern. Bereits seit 2003 rüstet das Unternehmen die größere Version Atlas V-500 mit Nutzlastverkleidungen aus. Gebaut wird die Atlas-Rakete von der United Launch Alliance (ULA), einem Joint Venture der beiden US-Konzerne Boeing und Lockheed Martin. Der Interstage Adapter ISA-400 ist ein Ring mit 3,80 m Durchmesser und einer Höhe von 4,20 m. Er umschließt während der ersten Flugphase das Triebwerk der Raketenoberstufe vom Typ Centaur. Vier Minuten nach dem Start wird die Oberstufe oberhalb des Interstage Adapters abgetrennt und sie setzt ihren Flug allein fort. Die Struktur des Interstage Adapters besteht aus einem Aluminium-Wabenkern und Deckschichten aus Kohlefaser-Material. Dank dieser Bauweise wiegt die gesamte Baugruppe nur rund 730 kg und kann dennoch den enormen Belastungen standhalten, die beim Start der Rakete auftreten. Eine Deckschicht aus Kork isoliert das Innere des Adapters gegen die hohen Temperaturen, welche während des Flugs durch die Reibung der Atmosphäre entstehen. Die Außenseite der Rakete kann stellenweise mehrere Hundert Grad warm werden.




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