31.08.2012
FLUG REVUE

ATV-4 auf dem Weg nach Kourou

„Albert Einstein“, der vierte von Astrium gebaute europäische Raumtransporter ATV, ist auf dem Weg zum europäischen Raumfahrtstartgelände in Kourou (Französisch-Guayana).

Wie schon seine Vorgänger wird auch ATV-4 "Albert Einstein" in drei Spezialcontainern per Schiff von Bremen nach Kourou gebracht. Gleichzeitig gehen rund 35 Seecontainer mit Testausrüstung auf die Reise. In der INtegrationshalle des Startgeländes Kourou werden schließlich das Raumfahrzeug, das Frachtmodul ICC, die Sonnenkollektoren und das SDM (Distanzmodul zwischen ATV und Ariane) endmontiert. Danach wird das ATV vor Ort nochmals umfangreichen Tests unterzogen, bevor es in die Nutzlastverkleidung einer Ariane 5 integriert, aufgetankt und angeschlossen wird. Der Start von „Albert Einstein“ ist für das Frühjahr 2013 vorgesehen.

Bei einer typischen Mission wird das ATV Wasser, Treibstoff, Lebensmittel sowie wissenschaftliche Ausrüstung zur ISS bringen. Zum Abschluss seiner Mission wird es mit Abfällen beladen und von der Station abgetrennt; anschließend verglüht es beim kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Außerdem ist das unbemannte Raumfahrzeug auch zuständig für die regelmäßige Bahnanhebung der ISS auf ihren Betriebsorbit in rund 400 Kilometern Höhe sowie für Manöver zur Vermeidung von Kollisionen mit Weltraummüll.

Die maximale Nutzlastkapazität des 20 Tonnen schweren ATV liegt bei bis zu sieben Tonnen Nettofracht. Diese Ladung kann je nach Mission unterschiedlich aufgeteilt sein: 1,5 bis 5,5 Tonnen Fracht und Vorräte (Lebensmittel, Forschungsinstrumente, Werkzeug usw.), bis zu 840 Kilogramm Trinkwasser, bis zu 100 Kilogramm Gase (Luft, Sauerstoff und Stickstoff), bis zu vier Tonnen Kraftstoff für die Bahnhöhenkorrektur und bis zu 860 Kilogramm Treibstoff zum Auftanken der Station.

Das ATV muss die Sicherheitsanforderungen für die bemannte Raumfahrt erfüllen. So sind die digitale und elektronische Architektur doppelt redundant ausgelegt. Ein fehlertoleranter Zentralrechner – bestehend aus drei Rechnermodulen – sorgt für einen parallelen, sicheren und reibungslosen Ablauf der Mission.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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