18.04.2011
FLUG REVUE

Außer Dienst nach 17 Jahren

Mehr als 17 Jahre nach seinem Start am 20. November 1993 sind die Treibstoffvorräte für das Bordtriebwerk des europäischen Wettersatelliten Meteosat 6 verbraucht. Jetzt wurde er abgeschaltet und auf eine höhere Umlaufbahn transportiert.

Eigentlich war die Lebensdauer des Satelliten mit fünf Jahren veranschlagt worden, doch überstand er alle Prüfungen. Damit ist er der Rekordhalter unter den europäischen Wettersatelliten und war der letzte Vertreter der ersten Generation. Jetzt ist sein Treibstoff für eventuelle erforderliche Bahnkorrekturen verbraucht, und den Rest nutzten die Flugkontrolleure, um ihn auf eine weiter von der Erde entfernte Umlaufbahn abzuschieben.

Damit macht er Platz für andere geostationäre Satelliten und verringert die Gefahr von Zusammenstößen mit operationellen Raumflugkörpern. Nach der Abschaltung aller Systeme und der Entleerung der Gastanks kreist Meteosat 6 nunmehr 380 Kilometer höher über der Erde auf einer sogenannten "Friedhofsbahn".

Erst vor vier Jahren war der Satellit auf einer neuen Position über 57,5 Grad östlicher Laänge positioniert worden und stand damit über dem Indischen Ozean. So konnte er unter anderem auch für die Vorhersage von Tsunamis genutzt werden. Die letzten Bilder vor der Außerdienststellung hatte er am 11. April zur Erde geschickt.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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