10.07.2013
FLUG REVUE

Baumeister im Weltraum

Gestern, um 14.02 Uhr MESZ, haben die Astronauten Luca Parmitano und Chris Cassidy ihre Raumanzüge angezogen und den ersten Arbeitseinsatz außerhalb der Internationalen Raumstation begonnen.

Der Ausstieg sollte ursprünglich sechseinhalb Stunden dauern, aber die Astronauten kamen mit ihren Aufgaben schneller voran als erwartet, so dass sie noch Zeit für weitere Verkabelungen hatten. Das wird künftigen „Aussteigern“ ihre Arbeit erleichtern. Am Ende dauerten die Außenbordaktivitäten insgesamt sechs Stunden und sieben Minuten. Für den Italiener war es sicherlich ein Höhepunkt, auf der Plattform am Ende des Canadarms zu stehen, der von Karen Nyberg in der Station gesteuert wurde. Sie bewegte den Roboterarm zur Backbordseite des langen Mittelträgers der Station, um dort eine ausgefallene Kamera zu entfernen, die später zur Fehleranalyse zurück zur Erde gebracht werden soll.

Die wichtigsten Ziele des Arbeitseinsatzes bestanden indessen darin, eine Ku-Band-Kommunikationseinheit zu ersetzen, zwei Behälter mit Materialproben zu demontieren, routinemäßige Instandsetzungen durchzuführen und Verkabelungen für das kommende russische Nauka-Labor zu installieren. Nauka wird das Kopplungsmodul Pirs ersetzen. Zu guter Letzt brachte Parmitano eine mehrschichtige Isolierung auf der Kopplungseinheit des Pressurized Mating Adapters 2 am Harmony-Modul an.

Der Außenbordeinsatz war der erste eines europäischen Astronauten seit 2009 und der erste eines italienischen Raumfahrers überhaupt. Für Chris Cassidy hingegen war das bereits der vierte Ausstieg in seiner Raumfahrtkarriere. Bei den vorangegangenen drei verbrachte er mehr als 18 Stunden im freien Raum, in denen er geholfen hatte, das japanische Kibo-Modul an die Station anzuschließen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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