23.09.2010
FLUG REVUE

Bilderflut vom Mond

Die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), die derzeit den Mond in geringer Höhe umkreist, schickt täglich faszinierende Bilder von der Mondoberfläche zur Erde. Selbst altgediente Selenologen, die glaubten, von nichts mehr überrascht werden zu können, sind begeistert von den gestochen scharfen Aufnahmen.

So gibt es auf dem Erdtrabanten nicht nur die typischen Einschlagkrater, sondern auch Vulkankegel, von denen einer auf unserem ersten Bild gezeigt wird. Der Durchmesser des längst erloschenen Vulkankraters beträgt gut 400 Meter.

Auf Bild 1 unserer Fotostrecke unten ist eines von mehreren tiefen Löchern im Mondboden zu sehen, welche bislang in unterschiedlichen Regionen entdeckt wurden. Dank der Veränderungen des Schattens und des Einfallswinkels der Sonnenstrahlen konnte die Tiefe dieser Öffnung mit mehr als 100 Metern bestimmt werden. Wie derartige Löcher entstanden sind, ist den Wissenschaftlern derzeit noch ein Rätsel.

Welche Farbe der Mond hat, kann man anhand des zweiten Bildes beantworten: Graubraun. Die Färbung wird vor allem von Eisen und Titan hervorgerufen. So sind die Mare auf dem Mond deshalb dunkel, weil sie einen hohen Gehalt an Eisenoxid aufweisen, das weniger Licht reflektiert.

Eine natürliche Brücke ist auf dem dritten Bild zu sehen. Sie entstand durch das Aufplatzen zweier nebeneinander liegender Lavaröhren, welche Löcher im Mondboden zurückließen. Dazwischen blieb ein Landstück stehen, das nun wie eine Brücke aussieht.

Mittels der Überlagerung zweier in geringem Abstand erzeugter Bilder entstehen solche Stereoansichten, wie auf Bild 4 zu sehen. Abgebildet sind die sogenannten Gruithuisen Domes, und zur besseren Höhendarstellung wurden sie eingefärbt. Das Streifenmuster auf dem Bild ist auf Vibrationen der Raumsonde zurückzuführen.

Unser letztes Bild für heute zeigt schließlich einen fast perfekt schüsselförmigen Einschlagskrater mit zwei kleineren Einschlägen am Kraterrand. Der Rand ist vom Auswurfmaterial erhöht, doch sind im Zentrum keine Reste des aufgeprallten Körpers zu sehen. Vermutlich entstand wegen der hohen Einschlagsenergie kurzfristig eine Gesteinsschmelze, welche auch das kosmische Trümmerstück verschluckte.

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag "Immer mehr Geheimnisse" im Oktoberheft der FLUG REVUE.

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MG


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