09.03.2010
FLUG REVUE

Biosprit aus dem Weltall?

Könnten die Lösungen für die Energieprobleme der Zukunft möglicherweise aus dem Weltraum kommen? Diese Fragen wollen Wissenschaftler mit Hilfe eines neuen Experiments auf der Internationalen Raumstation beantworten.

Biosprit aus dem Weltall?

Aus den Samen der Purgiernuss könnte künftig Kraftstoff gewonnen werden. © University of Florida  

 

Das Experiment heißt „National Lab Pathfinder-Cells 3“ und stellt das Zellwachstum der Ölpflanze Jatropha Curcas in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Diese auch als Purgiernuss bezeichnete Pflanze wächst in den tropischen Gebieten unserer Erde, ursprünglich nur in Amerika, doch nach Verbreitung durch Seefahrer heute auch in Afrika und Asien. Der bis zu acht Meter hohe Strauch ist äußerst robust und resistent gegen Schädlinge, braucht wenig Nährstoffe und Wasser und wird zudem wegen seines giftigen Saftes nicht von Tieren gefressen. Damit eignet sich die Pflanze ideal zum Aufforsten kahler Gebiete, so auch nach Waldbränden.

Aber was hat die Purgiernuss im Weltraum zu suchen? Ganz einfach: Sie produziert in ihren Samen ein Öl, das zwar für Mensch und Tier nicht genießbar ist, aber einen hochwertigen Brennstoff abgibt. Ein idealer Ausgangsstoff für Biosprit also, aber dazu müsste man die Pflanzen auf großen Plantagen anbauen und zudem schneller wachsen lassen. Ob sich nun die Schwerelosigkeit positiv auf eben dieses Zellwachstum auswirkt, soll an Bord der ISS ermittelt werden. Wenn die so untersuchten Pflanzen im April an Bord der Shuttle-Mission zurück zur Erde gebracht werden, wollen Wissenschaftler der University of Florida eine Antwort auf diese Frage finden.



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