17.07.2013
FLUG REVUE

Britische Regierung investiert in SABRE

Die Raumfahrtagentur des Vereinigten Königreiches wird vorerst 60 Millionen Pfund in die Entwicklung des Luft atmenden Triebwerks SABRE investieren (Synergistic Air-Breathing Rocket Engine), nachdem die ESA die Machbarkeit des Projekts bestätigt hatte.

Der Entwurf des Triebwerks stammt von der Reaction Engines Ltd. Es nutzt für die erste Phase des Fluges atmosphärische Luft, bevor es für den endgültigen Aufstieg ins All in den Raketenmodus „umschaltet“. Geplant ist der Antrieb des 84 Meter langen, unbemannten Raumgleiters SKYLON, eines Raumflugzeuges, das von konventionellen Startbahnen aus abheben und nach Missionsende dort wieder landen soll. Das System könnte dank seiner Wiederverwendbarkeit den Raumtransport revolutionieren.

Reaction Engines hatte im November 2012 eine wichtige Etappe bei der Realisierung des Antriebs absolviert, indem bei Tests die einströmende Luft binnen Bruchteilen von Sekunden extrem gekühlt wurde, eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb von SABRE. Der sich mit bis zu Mach 5 bewegende Luftstrom muss zur Verbrennung verlangsamt werden, wodurch er sich auf rund 1000 Grad Celsius erhitzt - zu viel für den störungsfreien Betrieb. Bislang gab es zwar schon derartige Wärmeaustauscher, doch waren diese viel zu groß für den Einsatz in einem Triebwerk. Die britischen Ingenieure jedoch konnten dieses Problem nun lösen. In den dünneren Schichten der oberen Atmosphäre wird dann flüssiger Sauerstoff für den weiteren Betrieb eingedrückt.

Bisher wurden die Forschungen im Rahmen des Basic Technology Research Programmes der ESA finanziert. Mit der Unterstützung seitens der Regierung sollen nun die weiteren Arbeiten innerhalb der nächsten vier Jahre abgesichert werden. Ziel ist der Bau und die Bodenerprobung eines kompletten Triebwerks. Bis zur Einsatzreife des SKYLON allerdings wird noch viel Zeit vergehen, nicht zuletzt weil dafür noch Milliarden an Entwicklungsgeldern benötigt werden.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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