01.08.2013
FLUG REVUE

Cassini beobachtet Gezeitenkräfte des Saturn

Die NASA-Raumsonde Cassini hat herausgefunden, dass die Intensität der Wasser- und Eisgeysire auf dem Mond Enceladus von dessen jeweiligem Abstand zum Planeten abhängt. Die Beobachtungen ergaben vorhersagbare, starke Fontänen am Südpol des Mondes, womit sich die Annahme erhärtet, dass sich unter der dicken Eiskruste ein flüssiger Ozean befindet.

„Diese Jets auf Enceladus arbeiten offensichtlich wie verstellbare Düsen an einem Gartenschlauch“, sagte Matt Hedman, Teamwissenschaftler von Cassini an der Cornell University in Ithaca, New York. „Sie sind beinahe geschlossen, wenn sich der Mond dem Planeten nähert und öffnen sich weit, wenn er fern vom Saturn ist.“ Cassini hatte die Ausbrüche von Wassereis und organischen Teilchen erstmals 2005 beim Vorbeiflug am Enceladus beobachtet, als diese aus engen Spalten, auch als „Tigerstreifen“ bezeichnet, hervorschossen.

Die pulsierenden Geysire waren auch schon früher beobachtet worden, doch waren die Ursachen dafür noch nicht bekannt. Erst jetzt, bei der Auswertung von 200 Aufnahmen im infraroten Licht, stellte sich die Beziehung zwischen Stärke der Jets und Entfernung zum Mutterplaneten heraus. Diese Bilder waren zwischen 2005 und 2012 entstanden und ermöglichten so die Herstellung einer Langzeitfolge.

Die wissenschaftliche Hypothese, dass sich unter dem Eismantel des Mondes ein Ozean flüssigen Wassers befindet und die Tatsache, dass bei den Ausbrüchen auch organisches Material an die Oberfläche kommt, beflügelt seitdem die Phantasie der Wissenschaftler. Möglicherweise könnten sich unter diesen Bedingungen primitive Lebensformen entwickelt haben, denn flüssiges Wasser ist eine der allgemein anerkannten Bedingungen für die Entstehung von Leben.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Elektroantrieb Verteilte elektrische Antriebe: Strömung mit Strom

12.08.2017 - Vom kleinen Start-up bis zum großen Flugzeughersteller: Derzeit ist das Thema „verteilte elektrische Antriebe“ in aller Munde. Dabei sind verschiedene Konzepte im Rennen. … weiter

Messungen für künftige Überschalljet-Projekte NASA testet Überschallknall über Florida

26.07.2017 - Ab dem 21. August testet die NASA über Florida den Überschallknall beim Überflug des Kennedy Space Centers. Mikrofone am Boden und an Bord eines Motorseglers vermessen die entstehende Lärmsignatur, um … weiter

Quiet Supersonic Transport NASA zeigt ersten Entwurf eines leisen Überschalljets

28.06.2017 - Überschallfliegen ohne lauten Knall: Dass das geht, will die NASA mit einem neuen X-Flugzeug zeigen. Nun hat die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde das vorläufige Design ihres neuen … weiter

Zweite Flugtestserie NASA untersucht adaptive Flügelhinterkanten

31.05.2017 - Mit einer modifizierten Gulfstream GIII hat die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA Flugtests in Kalifornien durchgeführt. … weiter

Experimental-Raumgleiter der US Air Force X-37B landet nach 718 Tagen im All in Florida

08.05.2017 - Der geheimnisvolle Raumgleiter X-37B der US Air Force ist nach fast zwei Jahren im Weltraum am Kennedy Space Center in Florida gelandet. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 09/2017

FLUG REVUE
09/2017
07.08.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Eurofighter: Österreich will teure Kampfjets ausmustern
G20: Gipfeltreffen der VIP-Jets
Falcon 5X: Dassaults neuer Widebody fliegt
Tiger Meet: Trainingsduell über der Bretagne
Cassini-Sonde: Nach 20 Jahren Finale am Saturn
Air Serbia: Etihad baut erfolgreich um
Erstflug am Computer: Flugzeuge im Datenstrom

Be a pilot