04.12.2012
FLUG REVUE

CHEOPS auf der Suche nach der zweiten ErdeCheops auf der Suche nach der zweiten Erde

Ein Schweizer Weltraumprojekt namens Cheops hat den Zuschlag für die erste S-class-Mission des Wissenschaftsprogramms der ESA erhalten. Ab 2017 soll der Satellit Planeten außerhalb unseres Sonnensystems detailliert erforschen.

Im Visier der neuen europäischen Mission stehen extrasolare Planeten, Objekte, die außerhalb unseres Sonnensystems einen anderen Stern umkreisen. Seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten 1995 ist deren Zahl sprunghaft angestiegen. Mittlerweile sind 850 Objekte in 669 Sonnensystemen bekannt (Stand: 14. November 2012). Die meisten Objekte sind jedoch riesige Gas- oder Eisplaneten, auf denen erdähnliche Lebensformen nicht existieren können. Aus 26 Projektvorschlägen haben Vertreter der 19 ESA-Mitgliedsländer Cheops ausgewählt. Das Akronym steht für Characterizing ExOPlanet Satellite – Satellit zum Studium von Exoplaneten. Gleichzeitig kreierten sie eine neue Missionskategorie: die S(mall)-class-Mission

Bei den „kleinen“ Missionen handelt es sich um eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden großen („L“) und mittleren („M“) Projekten des ESA-Wissenschaftsprogramms Cosmic Vision. S-Missionen müssen mit vergleichsweise geringem Budget in Höhe von maximal 150 Millionen Euro in nur vier Jahren statt der üblichen zehn Jahre realisiert werden. Die ESA steuert zu den Projektkosten maximal 50 Millionen Euro bei. Der Rest wird von den beteiligten Partnern getragen.

Die erste S-Mission des Wissenschaftsprogramms der ESA steht unter Federführung der Schweiz. Die Leitung liegt bei Professor Willy Benz vom Center for Space and Habitability der Universität Bern. Ab 2017 soll der 200 Kilogramm schwere CHEOPS auf einem sonnensynchronen Orbit in 800 Kilometern Höhe mindestens dreieinhalb Jahre lang kleinere Planeten untersuchen. Hierzu ist er mit einem Spezialteleskop von 30 Zentimetern Durchmesser und eineinhalb Metern Länge ausgestattet.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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